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	<description>dieFIEDEL - Zeitschrift der KÖHV Nordgau Wien</description>
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		<title>General Entacher bei Nordgau</title>
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		<pubDate>Sun, 08 May 2011 22:10:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>diefiedel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thema]]></category>

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		<description><![CDATA[„Mehrheit gegen die Wehrpflicht“- mit dieser Schlagzeile löste die „Kronenzeitung“ im September des Vorjahres eine der hitzigsten politischen Debatten der letzten Monate aus. Eine Debatte, bei der sachliche Überlegungen nicht immer im Vordergrund standen und die letztendlich in der Abberufung von Generalstabschef Edmund Entacher durch den Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) gipfelte. Doch was spricht nun [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=diefiedel.wordpress.com&amp;blog=5449034&amp;post=946&amp;subd=diefiedel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><strong><a href="http://diefiedel.files.wordpress.com/2011/05/sdc13861.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-947" style="margin:12px 20px;" title="General Entacher" src="http://diefiedel.files.wordpress.com/2011/05/sdc13861.jpg?w=282&#038;h=373" alt="" width="282" height="373" /></a></strong><strong>„Mehrheit gegen die Wehrpflicht“- mit dieser Schlagzeile löste die „Kronenzeitung“ im </strong><strong></strong><strong>September des Vorjahres </strong><strong></strong><strong>eine der hitzigsten politischen Debatten der letzten Monate aus. Eine Debatte, bei der sachliche Überlegungen nicht immer im Vordergrund standen und die letztendlich in der Abberufung von Generalstabschef Edmund Entacher durch den Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) gipfelte. Doch was spricht nun tatsächlich für die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht? Und was dagegen? </strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong><br />
</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Ein Bericht von Christoph Prinz.<br />
</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Über 100 Besucher, darunter der Vorsitzende der Verbandsführung Mag. Johann Schmid, NdW und EKV-Präsident Gerhard Labschütz, NdW, konnten sich am 17. März in einem gut gefüllten Conventsraum der Bude Nordgau Wiens im Rahmen des ACs „Wehrpflicht – Berufsheer“ von den Vorteilen der allgemeinen Wehrpflicht überzeugen. Moderiert wurde der Abend von Mag. Thomas Stummer, als Vortragender konnte eben jener vom Verteidigungsminister wenige Wochen zuvor abberufene Generalstabschef gewonnen werden – General Edmund Entacher. Als unmittelbar Beteiligter, der bei der Ausarbeitung der verschiedenen Heeresmodelle mitgewirkt hat und damit bestens informiert über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Modelle ist, hat dieser die Situation mit der nötigen Sachlichkeit und ohne politische Seitenhiebe erörtert.</p>
<p style="text-align:justify;">Zu Beginn seines Vortrags gab General Entacher einen kurzen Kommentar zu den Beweggründen, die zu der Debatte führten und wie sich die – teilweise „in Stein gemeißelte“ – Einstellung der einzelnen politischen Parteien zur allgemeine Wehrpflicht angesichts von Landtagswahlen und Umfragewerten änderten. Danach wies er auf die Risiken einer solchen Debatte für die Sicherheit in Österreich, aber auch auf die Gefahr der unkoordinierten Abrüstung in Europa im Generellen hin. <span id="more-946"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Zur aktuellen Situation des österreichischen Bundesheeres mit der allgemeinen Wehrpflicht merkte der General an, dass trotz eines stetigen Reformprozesses insbesondere die Situation der Grundwehrdiener zu überdenken und zu verbessern sei. Der Grundwehrdiener soll nicht als reiner Systemerhalter eingesetzt werden. Diese Problematik hat sich bereits durch die Verkürzung des Grundwehrdiensts von acht auf sechs Monate verschlimmert, da bedingt durch die höhere Anzahl an Einrückungsterminen auch mehr Systemerhalter notwendig geworden sind. Allerdings sind auch in einem Berufsheer sogenannte Systemerhalter erforderlich, wobei dann keine Grundwehrdiener mehr zur Verfügung stehen und eine andere Lösung gefunden werden muss. Das Problem der Systemerhalter gehört also nicht erst im Berufsheer, sondern sofort gelöst, um die Grundwehrdiener wieder bestens auf militärische Aufgaben vorbereiten zu können. Hinsichtlich des Katastrophenschutzes ist der ehemalige Generalstabchef der Meinung, dass das derzeitige Modell mit Feuerwehren und anderen Blaulicht-Organisationen als sogenannte „first-responder“ und dem Bundesheer als Einsatzkraft bei andauernden Notsituationen die beste Lösung darstellt. Die Leistungsfähigkeit der Katastrophenhilfe würde im Falle der Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht sofort deutlich einbrechen.</p>
<p style="text-align:justify;">General Entacher betont, dass es bei einer Abkehr von der allgemeinen Wehrpflicht kein Zurück mehr gibt, auch dann nicht, wenn die Wehrplicht nur „ausgesetzt“ werde.</p>
<p style="text-align:justify;">Zum Thema Berufsheer selbst: General Entacher sieht drei Hauptpunkte, die kritisch zu betrachten sind. Erstens müssen ausreichend Mittel im Budget veranschlagt werden. Da ein Berufsheer nicht mehr kosten soll, als momentan für das derzeitige Bundesheer ausgegeben wird, sind dafür 2,18 Mrd. Euro pro Jahr vorgesehen. Allerdings ist zu bedenken, dass sich diese Summe durch die Einrechnung von Schulden staatsnaher Betriebe (ÖBB,…) und den Wegfall der Eurofighterrate ab 2014 um insgesamt 450 Mio. auf effektiv 1,73 Mrd. Euro verringern wird. Mit diesen budgetären Mitteln ist keines der angedachten Modelle nachhaltig finanzierbar. Unter den vorgegebenen Konditionen können die erforderlichen Freiwilligenzahlen vermutlich nicht erreicht werden. Weiters müsste die Personalsituation radikal verändert und der überalterte Personalstand zwingend verjüngt werden. Drittens sind weitere legistische Begleitmaßnahmen unerlässlich, so sind vor allem das Dienst- und Besoldungsrecht neu zu regeln. Als warnendes Beispiel für eine misslungene Umsetzung des Berufsheeres sieht Entacher Belgien. In Belgien wurde die Wehrpflicht abgeschafft, Geld zur Verfügung gestellt – und dann war Schluss! Strukturelle Reformen oder legistische Anpassungen wurden nicht oder nur unzureichend vorgenommen.</p>
<p style="text-align:justify;">Im Anschluss an diesen aufschlussreichen Vortrag stellte sich General Entacher noch etlichen Fragen des interessierten Publikums. So wurde beispielsweise noch auf die geänderten Anforderungen eines modern ausgerüsteten Bundesheeres eingegangen, die Idee eines europäischen Heeres andiskutiert und die Situation in Deutschland (Finanzierungsproblem, herabgesetzte Anforderungen an Freiwillige) beleuchtet.</p>
<p style="text-align:justify;">Als Abschluss eines gelungenen Abends durfte der Senior Nordgaus Elias Ledermann dem Referenten einen rot weiß-roten Bierzipf und eine Schachtel Zigarren überreichen.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/diefiedel.wordpress.com/946/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/diefiedel.wordpress.com/946/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/diefiedel.wordpress.com/946/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/diefiedel.wordpress.com/946/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/diefiedel.wordpress.com/946/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/diefiedel.wordpress.com/946/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/diefiedel.wordpress.com/946/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/diefiedel.wordpress.com/946/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/diefiedel.wordpress.com/946/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/diefiedel.wordpress.com/946/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/diefiedel.wordpress.com/946/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/diefiedel.wordpress.com/946/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/diefiedel.wordpress.com/946/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/diefiedel.wordpress.com/946/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=diefiedel.wordpress.com&amp;blog=5449034&amp;post=946&amp;subd=diefiedel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>NR a.D. Prim. Prof. Dr. Günther Wiesinger v. Dr. cer. Swing verstorben</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Aug 2010 10:01:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>diefiedel</dc:creator>
				<category><![CDATA[NdWelt]]></category>

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		<description><![CDATA[<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=diefiedel.wordpress.com&amp;blog=5449034&amp;post=933&amp;subd=diefiedel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><a href="http://diefiedel.files.wordpress.com/2010/08/swing-parte.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-934" title="Dr. cer. Swing " src="http://diefiedel.files.wordpress.com/2010/08/swing-parte.jpg?w=481&#038;h=681" alt="" width="481" height="681" /></a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/diefiedel.wordpress.com/933/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/diefiedel.wordpress.com/933/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/diefiedel.wordpress.com/933/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/diefiedel.wordpress.com/933/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/diefiedel.wordpress.com/933/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/diefiedel.wordpress.com/933/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/diefiedel.wordpress.com/933/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/diefiedel.wordpress.com/933/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/diefiedel.wordpress.com/933/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/diefiedel.wordpress.com/933/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/diefiedel.wordpress.com/933/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/diefiedel.wordpress.com/933/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/diefiedel.wordpress.com/933/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/diefiedel.wordpress.com/933/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=diefiedel.wordpress.com&amp;blog=5449034&amp;post=933&amp;subd=diefiedel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Verbindung als Utopie</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Aug 2010 20:25:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>diefiedel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Colloquium]]></category>

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		<description><![CDATA[Festrede von Dr. Johannes Preiser-Kapeller anlässlich des 110. Stiftungsfestes am 29. Mai 2010. „Der Nordgau als Utopie“; bei diesem Titel mag sich so mancher in der Corona fragen, welche Phantasterei ihm da aufgetischt werden soll. Utopie, das ist im heutigen Sprachgebrauch meist ein Konstrukt ohne Realitätsbezug, ein Hirngespinst ohne praktischen Wert. Stellt etwa ein Politiker [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=diefiedel.wordpress.com&amp;blog=5449034&amp;post=921&amp;subd=diefiedel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><span style="color:#800080;"><strong>Festrede von Dr. Johannes Preiser-Kapeller anlässlich des 110. Stiftungsfestes am 29. Mai 2010.</strong></span></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://diefiedel.files.wordpress.com/2010/08/kilian-festrede.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-922" style="margin-left:10px;margin-right:10px;" title="Kilian Festrede" src="http://diefiedel.files.wordpress.com/2010/08/kilian-festrede.jpg?w=300&#038;h=199" alt="" width="300" height="199" /></a>„Der Nordgau als Utopie“; bei diesem Titel mag sich so mancher in der Corona fragen, welche Phantasterei ihm da aufgetischt werden soll. Utopie, das ist im heutigen Sprachgebrauch meist ein Konstrukt ohne Realitätsbezug, ein Hirngespinst ohne praktischen Wert. Stellt etwa ein Politiker fest, ein Vorschlag sei „utopisch“, so suggeriert er damit, die Idee sei so weit von jedem vernünftigen Maß entfernt, daß sich selbst das Nachdenken darüber nicht lohnt – frei nach dem oft bemühten Zitat „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen“. Utopisch in diesem Sinne war mit „nicht länger als zehn Minuten“ nur die Zeitvorgabe des hohen Seniors für diese Festrede.<span id="more-921"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Erfunden hat die „Utopie“ ein katholischer Heiliger, der heilige Thomas Morus, der heute passenderweise als Patron der Regierenden und Politiker gilt. Er, der am 6. Juli 1535 sein Leben auf dem Richtblock des englischen Königs Heinrich VIII. ließ, verfasste 1516 in lateinischer Sprache eine Schrift mit dem Titel „Vom besten Zustand des Staates oder von der neuen Insel Utopia“. Darin beschreibt Morus den Staat und die Gesellschaft der Bewohner der Insel Utopia, die in harmonischer Gütergemeinschaft und Demokratie friedlich ohne alle Plagen der Völker des damaligen Europa leben. Seine Informationen über dieses irdische Beinahe-Paradies will Morus von einem portugiesischen Weltreisenden erhalten haben. Dass es sich aber tatsächlich um eine Fiktion handelt, signalisiert der Autor dem kundigen Leser schon mit den Namen, dem er dieser Wunderinsel gibt. οὐ-τόπος, das bedeutet im Griechischen „Nicht-ort“, also ein Gebiet, das nirgendwo tatsächlich existiert, sondern nur jenseits von Raum und Zeit – in diesem Fall in der Phantasie des Thomas Morus – lokalisiert werden kann. Fast gleichlautend ist das Wort εὐ-τόπος, das einen „guten Ort“ bezeichnet, denn für seine Phantasieinsel entwirft ja Morus – zum Teil nach dem Vorbild Platons – einen Idealstaat, dessen Staats- und Gesellschaftsordnung wie erwähnt fast paradiesische Zustände hervorbringt. <strong>Doch wie bei allen solchen „utopischen“ Staatsentwürfen hat seine Umsetzung einen Preis – Privatleben und individuelle Lebensentwürfe sind im Gemeinschaftsstaat der Utopier kaum möglich.</strong> Morus selbst scheint sein Utopia durchaus als intellektuelles Spiel verstanden zu haben; er widmete das Werk einem guten Freund, dem berühmten Humanisten Erasmus von Rotterdam. Und der hatte wenige Jahre zuvor bezeichnenderweise seinerseits dem Thomas Morus eine Schrift mit dem Titel „Lob der Torheit“ zugeeignet.</p>
<p style="text-align:justify;">So weit zur Etymologie der Utopie. Doch warum sollte nun der Nordgau als Utopia gelten? Der Nordgau ist doch kein unlokalisierbarer Nicht-Ort, sondern umfasst, wie jeder Fuchs schon beim ersten Fuchsenconvent erfährt, geographisch die Länder der Wenzelskrone, von wo jene Studenten kamen, für die die Landsmannschaft im Jahr 1900 gegründet wurde und in deren Hauptstadt Prag 1921 der jüngere Nordgau entstand. Doch wird dieser Nordgau in unserer Geschichte schon bald 1918/1919 zur vom Verbindungssitz Wien getrennten und nach 1945 für so viele Nordgauer zur verlorenen Heimat. <strong>In unserem Bundeslied wird</strong> mit den Worten „veilchenblaue Hügel unserer Heimat Au, mit der Sehnsucht Flügel denk ich Dein, mein Gau“ <strong>ein Nordgau beschworen, der sehr wohl eu-topische Züge hat.</strong> Auch nach 1989, als es wieder möglich wurde, den geographischen Nordgau zu besuchen, blieb diese Sehnsucht unerfüllt, denn die alte Heimat war zu einem unwiederbringlich in der Zeit entschwundenen Ort des „Nicht-mehr“ geworden. Dieser Nordgau ist ein U-tópos. Doch hat diese Utopie für die meisten Nordgauer heute vor allem historische Bedeutung – die Zahl derer, die tatsächlich damit noch Erinnerungen verbinden können, ist gering und wird noch kleiner werden. Irgendwann wird diese Erinnerung wohl tatsächlich nur mehr präsent sein, wenn wir das Bundeslied singen. Deshalb ist es so bedeutsam, dass wir am Text dieses Bundesliedes nicht um einer heutigen politischen Korrektheit willen Änderungen vornehmen. <strong>Nur wenn wir dieses Lied im vollen Bewußtsein der zeitlichen Umstände seiner Entstehung singen, können wir uns</strong> klar werden, welche Entwicklung die Identität Nordgaus von der Landsmannschaft über die katholisch-deutsche zur katholisch-österreichischen Verbindung genommen hat, und uns <strong>mit diesem historischen Erbe in seinem ganzen Ausmaß auseinandersetzen.</strong> Wenn wir heute verschämt Passagen ändern oder streichen wollen, weil sie uns peinlich sein oder gar dem Vorwurf der Deutschtümelei aussetzen könnten, dann konstruieren wir einen von seiner tatsächlichen Geschichte losgelösten Nordgau als Nicht-Ort. Diesen werden wir dann je nach den aktuellen Erfordernissen ein neues Image verpassen, er kann sich aber ebenso bald als gehaltloses Gespinst verflüchtigen. Eine in einer mehr als hundert Jahre alten Tradition gründende Gemeinschaft kann nicht ohne einen bewussten Umgang mit der eigenen Geschichte, der frei von Verklärung, aber eben auch nachträglicher Bereinigung heute unzeitgemäß wirkender Elemente ist, Bestand haben. Dass es solche Vorschläge für Änderungen am Bundeslied immer wieder gibt, demonstriert ja, daß der Nordgau heute wie damals ein Kind seiner Zeit ist!</p>
<p style="text-align:justify;">Auch sonst stellen unsere Vorväter in ihrem Verständnis des Nordgau und seiner Prinzipien Anforderungen, die uns heute „utopisch“ erscheinen mögen. Wenn etwa unser Ehrenphilister Univ. Prof. Dr. August Maria Knoll in der Festschrift zum 50. Stiftungsfest Nordgaus bezüglich des Cartellverbandes schreibt, er sei „eine Ideen- und Gesinnungsgemeinschaft, ein „Reich der Seele“ (…) in welchem die feineren und stilleren Werte und Worte des Lebens gepflegt und geschätzt werden“, dann wird hier wieder ein Utopia beschworen, das für viele wohl wenig mit dem derzeitigen Zustand des Cartellverbandes zu tun hat.</p>
<p style="text-align:justify;">Nun fehlt es im Cartellverband nicht an pathosreichen Beschwörungen der vier Prinzipien; unbedingte Treue zu Glaube und Vaterland, lebenslange Freundschaft und lebenslanges Streben nach Wissen, das klingt im Jahr 2010 aber noch viel utopischer als im Jahr 1950. Unter dem Prinzip Religio etwa vereint sich im Cartellverband mittlerweile die gesamte Bandbreite österreichischer Katholiken von bloßen Taufscheininhabern über Kirchenvolksbegehrer bis hin zu selbsternannten „Christen“, die aus der Frohbotschaft eine parteipolitische Drohbotschaft vom Untergang des Abendlandes machen. <strong>Da für den ÖCV eine Stellungnahme zu kirchlichen Fragen abzugeben, mit der alle Cartellbrüder zufrieden sind, ist schwierig.</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Auch bei den anderen Prinzipien ist der Konsens nicht mehr so eindeutig. Doch keine Sorge, im neuen <em>saeculum</em> ist es auch in den Reihen des CV gelungen, für eine Säkularisierung dieser Prinzipien zu sorgen; man macht sie dadurch praxistauglicher und vermeidet gleichzeitig tiefergehende inhaltliche Debatten. Im besten Falle darf man unterstellen, dass das Ziel dabei eine Steigerung der Relevanz des Verbandes in Staat und Gesellschaft ist; übrig bleibt aber oft der Eindruck der Anbiederung an die Mächtigen in Politik und Wirtschaft.</p>
<p style="text-align:justify;">„Patria“ wird da zu „Pro Patria“, schließlich soll sich der Einsatz für das Vaterland auch lohnen. Nichts schmückt eine Vorortszeitung so sehr wie Photographien von Handshakes mit Ministern und Landeshauptmännern, Kanzlern und &#8211; seit dem propatriotischen Unfall von 2006 &#8211; Vizekanzlern. Tröstlich ist nur, daß sich dieses Phänomen in an- und abschwellenden Wellen durch die gesamte ÖCV-Geschichte zieht. So sah sich der bereits zitierte August Maria Knoll schon 1950 veranlasst, in der Festschrift Nordgaus festzuhalten: „Der CV ist (…) keine parteipolitische Organisation. <strong>Auch ist der CV keine parteipolitische Erziehungsgemeinschaft. Denn der CV ist kein Geschöpf irgend einer politischen Partei!“</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Und <em>scientia</em> und <em>amicitia</em>? Die hat man mit „fit for the job“ und „networking“ mittlerweile ins Englische übersetzt. Tatsächlich macht die Ökonomisierung aller Bindungen auch vor den Verbindungen nicht Halt, die sich als Ort für den Erwerb von „soft skills“ anpreisen oder im Rahmen des Verbandes „Trainee-Programme“ betreiben, um die „employability“ der Mitglieder zu steigern. Ist das das Prinzip <em>scientia</em> für das 21. Jahrhundert? Unser Alter Herr, der nachmalige Bundesminister Fritz Bock, schrieb 1950 „der Hauptzweck einer Verbindung besteht nicht in der Erfüllung äußerer Formen, sondern in der geistigen Schulung (…) ihrer Mitglieder“. Worin aber soll diese geistige Schulung bestehen, was soll Bildung in der Verbindung bedeuten? Der katholische Philosoph Robert Spaemann formuliert dazu: „<em>Bildung nennen wir die Herausführung des Menschen aus der animalischen Befangenheit in sich selbst, die Objektivierung und Differenzierung seiner Interessen und damit die Steigerung seiner Fähigkeit zur Freude und zum Schmerz. Man hört heute oft, Erziehung habe die Aufgabe, junge Menschen zu lehren, ihre Interessen zu vertreten. Es gibt aber eine viel grundlegendere Aufgabe, nämlich die, die Menschen zu lehren, Interessen zu habe, sich, wie wir sagen, „für etwas zu interessieren.“ Denn wer nur gelernt hat, seine Interessen zu vertreten, sich aber eigentlich für nichts von ihm selbst Unterschiedenes interessiert, der kann kein glücklicher Mensch sein. Darum ist Bildung, Herausbildung objektiver Interessen, Wahrnehmung des Wertgehaltes der Wirklichkeit, ein wesentliches Element des gelungenen Lebens</em>.“ <strong>Initiativen wie das CV–Mentoring oder das Trainee-Programm dienen vielleicht der Ausbildung, sind aber in diesem Sinne nicht Bildung; sie dokumentieren kein Interesse des jungen Menschen an „von ihm selbst Unterschiedenes“, sondern führen wieder nur zum Ego zurück, zum eigenen Fortkommen, zur eigenen <em>employability</em>. </strong>Was passiert, wenn die Verantwortlichen in Ökonomie und Politik nur in einem solchen Geist agieren, das erleben wir derzeit alle durch den Ausbruch der Wirtschaftskrise. Deshalb können derartige Programme nie die Kernaufgabe des Cartellverbandes sein, darf sich das Prinzip <em>scientia</em> nie in solchen Initiativen erschöpfen.</p>
<p style="text-align:justify;">Der Nordgau aber muss demgegenüber eine Schule „des gelungenen Lebens“ im Sinne Spaemanns sein, vor allem des gelungenen studentischen Lebens. So wie Thomas Morus´ Utopia im Kern auf der Möglichkeit wahrer Menschenbildung basiert, muss der Nordgau ein Refugium sein, wo die aktiven Mitglieder die Möglichkeit haben, miteinander ein sinnerfülltes Verbindungsleben in Diskussion und Feier, in Studium und Freizeit zu gestalten – ohne dass das Kalkül persönlicher Wettbewerbsvorteile dahintersteht. Angesichts der Beschränkungen, die ein Massenuniversitätsbetrieb den Möglichkeiten der individuellen „Herausbildung objektiver Interessen“ und der „Wahrnehmung des (nicht monetär messbaren) Wertgehalts der Wirklichkeit“ auferlegt, muss der Nordgau eine Insel solcher Möglichkeiten bleiben. Bei Thomas Morus trennt der eponyme Staatsgründer Utópos das Gebiet Utopias vom Festland ab, macht es künstlich zu einer Insel und schafft sich im vollen Sinne sein Utopia mit eigenen Händen. Für den Nordgau haben unsere Gründer mit den vier Prinzipien die Gestade seiner Insel abgesteckt, jenes von Knoll beschworene „Reich der Seele“ (…), in welchem die feineren und stilleren Werte und Worte des Lebens gepflegt und geschätzt werden“.</p>
<p style="text-align:justify;">Nun mag so mancher aktive Bundesbruder „Nordgau“ und „Insel“ hören und an die Ballermann-Kneipe vor einigen Wochen denken. Tatsächlich kann die relative Resistenz des Nordgaus gegenüber einigen der erwähnten säkularen Phänomene im Verband auch in der berühmt-berüchtigten Gemütlichkeit auf unserer Bude begründet sein, wo man den Nordgau-Geist lieber an der Bar beschwört als auf hochtrabenden Podien für Selbstvermarktung in Couleur. Aber, liebe Bundesbrüder, dieser „utopische Nordgau“ ist kein Ferienressort und Verbindung ist kein „Club-Urlaub“ mit Band und Deckel. Der Möglichkeitsraum Nordgau muss jedes Semester mit Sinn erfüllt werden, und zwar im Sinn einer „Objektivierung und Differenzierung eurer Interessen“. Eine Verbindung wirklich gestalten, das bedeutet Einsatz und Kreativität – <strong>die Utopie Nordgau ist ein Arbeitsauftrag</strong>. Last Euch dabei vor allem von Eurer Neugier und Phantasie leiten; stellt jene Fragen, für die im überfüllten Seminar an der Universität kein Platz ist. Ladet solche Persönlichkeiten ein, mit denen ihr schon immer diskutieren wolltet, die aber vielleicht nicht auf der Cartellvollversammlung als Festredner auftreten werden. Nutzt die besondere Gnade, die dem Nordgau immer wieder eine ganze Reihe von beeinruckenden Priesterpersönlichkeiten beschert hat und beschert. Es sei aber auch klar: das Leben auf dieser Insel darf kein verbandspolitischer Biedermeier sein. Seid im Verband wirksam, so wie es aktive Bundesbrüder wie der hohe EKV-Präsident Bbr. Placentarius oder alte Herren wie unser Dr. cer. Caruso als Vorsitzender der Verbandsführung tun und es die Reihe unsere Alt-Vororts- und WCV-Präsidenten getan hat. Dabei sollt Ihr aber nicht nach „Zeitungslob und Fürstengunst“ streben, um mit Schiller zu sprechen, sondern nach einer Nutzung des Potentials des Cartellverbandes, das seiner Bestimmung als Archipel solcher Inseln der Möglichkeiten entspricht.</p>
<p style="text-align:justify;">Möglicherweise klingen diese Vorschläge angesichts der Niederungen des Verbindungsalltags für Euch utopisch. Aber vielleicht kann sich der große alte Nordgau vom Enthusiasmus der Bundesbrüder vom Nordgau Prag anstecken lassen, die als kleine Schar und einzige CV-Verbindung am Ort den Nordgau in Koblenz neu aufbauen, die junge Studierende für die Verbindung begeistern und einen ganzen Hochschulort mit einem aktiven Verbindungsleben erfüllen.</p>
<p style="text-align:justify;">Nur wenn es gelingt, diese Utopie Nordgau nicht als Hirngespinst, sondern als sinnerfüllte studentische Lebensform am Leben zu erhalten, dann kann jeder junge Nordgauer jene Erfahrungen machen, die unser Philistersenior Otto Schubert im Jahr 1950 mit „Erinnerungen, die immer ein Paradies sind und bleiben, aus dem wir nicht vertrieben werden können“ beschrieb. Es ist nämlich dieser persönliche Nordgau jedes Bundesbruders, das in der Zeit entschwundene Paradies seiner Aktivenzeit, das die lebenslange Bindung an die Verbindung überhaupt mit Substanz erfüllt. Vermutlich hat jeder von uns nach der Philistrierung dieses Utopia im Nachhinein zu einem Eu-tópos verklärt. Die Aktiven mögen deshalb so manchem Alten Herr den Grant verzeihen, der in ihm kurzzeitig aufsteigt, wenn er dieses Paradies beim Betreten der Bude nicht mehr unverändert vorfindet. Dass es die nachfolgenden Aktivengenerationen anders machen und anders machen müssen, das ist eine Lektion, die man am besten schon als junger alter Herr lernt; <strong>der Kommentar „früher hätt´s des net geb´n“ ist in gleicher Weise richtig wie unnötig.</strong> Wer als Philister meint, die neuen Bewohner der Insel Nordgau am Gängelband seiner in der Zeit zum Nicht-mehr-Ort entschwundenden Vorstellungen lenken zu müssen, wird im schlimmsten Fall dafür sorgen, daß der Möglichkeitsraum zum Punkt im Nirgendwo zusammenschrumpft.</p>
<p style="text-align:justify;">Wenn es uns gelingt, diese Gleichgewichte zwischen Traditionsbewahrung und Neuschöpfung auf der Grundlage der in rechter Weise bewahrten Prinzipien beizubehalten, dann werden Menschen diese Insel Nordgau verlassen, die nicht ein Trainee-Programm zur maximalen Verwirklichung des eigenen Vorteils, sondern eine Schule für ein gelungenes Leben absolviert haben. Und sie werden eine nachhaltigere und sinnvollere Wirkung in Gesellschaft, Wirtschaft, Bildung, Politik und Kirche entfalten können als jene, die derartige Vorstellungen als utopisch abgetan haben. Andere Vereinigungen mögen bei der Werbung von Mitgliedern die immer gleichen Skills wie „Teamfähigkeit, Flexibilität und Kommunikationsbereitschaft“ beschwören, die, wie der Philosoph Konrad Paul Liessman in seiner „Theorie der Unbildung“ festhält, nicht anderes als eine „Suspendierung der Individualität“ um der Karrieretauglichkeit willen bedeuten. Unser Slogan für die Keilung sollte aber lauten: <strong>„Du musst heutzutage schon ein wahrer Narr sein, um Nordgauer zu werden!“</strong> Ein Narr nämlich, der sich auf dieses Wagnis eines sinnerfüllten studentischen Lebens einlässt ohne nach Karriereaussichten und etwaigen Prominenten aus Wirtschaft und Politik in der Altherrenschaft zu schielen. Wir suchen Individualisten, Dickschädel und Charakterköpfe, die die sich Hals über Kopf voller Begeisterung auf diese Insel der Möglichkeiten stürzen. Der Nordgau singt seit mehr als einem Jahrhundert das Lob der Torheit und er wird es weiter singen. Dann werden selbst Kritiker über den Nordgau wie Thomas Morus von Utopia sagen müssen: „jedoch gestehe ich gern, dass es im Staate der Utopier vieles gibt, was ich unseren Staaten eher wünschen möchte als erhoffen kann“.</p>
<p>Ad multos annos! Dixi!</p>
<blockquote><p>Univ. Lekt. Mag. Dr. Johannes Preiser-Kapeller v. Kilian, Jg. 1977, NdW, NdP, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Byzanzforschung an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.</p></blockquote>
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		<title>Trotzdem Kirche</title>
		<link>http://diefiedel.wordpress.com/2010/06/15/trotzdem-kirche/</link>
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		<pubDate>Tue, 15 Jun 2010 13:38:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>diefiedel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thema]]></category>

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		<description><![CDATA[Zu diesem Schluss kommt – mit der Bitte um Vergebung und dem Angebot für persönliche Gespräche – unser Verbindungsseelsorger Eugen Schindler in seiner Betrachtung zu den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche. In den letzten Wochen wurden wir regelrecht überrollt von täglich neuen Meldungen über Missbrauchskandale in kirchlichen Einrichtungen und durch Priester und kirchliche Angestellte. Wo [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=diefiedel.wordpress.com&amp;blog=5449034&amp;post=898&amp;subd=diefiedel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><strong><span style="color:#800080;"> </span></strong></p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><strong><img class=" " title="Mit dem Rücken zur Wand?" src="http://www.spiegel.de/img/0,1020,1519816,00.jpg" alt="Mit dem Rücken zur Wand?" width="300" height="200" /></strong><p class="wp-caption-text">Mit dem Rücken zur Wand?</p></div>
<p><strong> </strong><strong><span style="color:#800080;">Zu diesem Schluss kommt – mit der Bitte um Vergebung und dem Angebot für persönliche Gespräche  – unser Verbindungsseelsorger Eugen Schindler in seiner Betrachtung zu den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche.</span></strong></p>
<p style="text-align:justify;">In den letzten Wochen wurden wir regelrecht überrollt von täglich neuen Meldungen über Missbrauchskandale in kirchlichen Einrichtungen und durch Priester und kirchliche Angestellte. Wo immer so etwas im kirchlichen Bereich geschehen ist, kann es nur als skandalös eingestuft werden und als Verrat an denen, die sich im Schutz der Kirche geglaubt haben – sowohl hinsichtlich der kriminellen Tat selbst als auch im Blick auf den meist nur halbherzigen Umgang mit der Verantwortlichkeit der Täter durch die kirchliche Leitung. Abgesehen von der Pflicht der Kirche, den Opfern zu heilenden Schritten einer Wiedergutmachung zu helfen, können wir als Kirche die Opfer nur um Vergebung bitten für das, was ihnen angetan worden ist; auch wenn es tatsächlich eine sehr kleine Zahl von Priestern ist, die schuldig geworden sind.</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;"><span id="more-898"></span>Es geht jetzt darum, im Hinblick auf die Vergangenheit die Wahrheit ans Tageslicht zu bringen, Schaden nach Möglichkeit gut zu machen und im Hinblick auf die Zukunft neue Missbrauchsfälle zu vermeiden. Sehr wichtig in der Haltung, als erstes auf die Opfer zu schauen und ihnen Hilfe anzubieten, sind die Ombudsstellen der Diözesen. Diese sind schon seit ca. zehn Jahren als „Erstkontaktstellen“ für Missbrauchopfer eingerichtet und haben die Aufgabe, Missbrauchsfälle im Sinn der Opfer aufzuklären und für adäquate Konsequenzen in der Kirche zu sorgen. Diese Konsequenzen sind durchaus verschieden, je nach den individuellen Bedürfnissen und Wünschen der Opfer und aufgrund der jeweiligen Tätersituation. (Besonders hinsichtlich der Frage, ob ein Täter noch aktiv in der Kirche tätig, im Ruhestand oder bereits verstorben ist.)</p>
<p style="text-align:justify;">Bleibende Aktualität haben wohl die folgenden Worte von Kardinal Schönborn:</p>
<p style="text-align:justify;"><em>„Gott möge uns helfen im Umgang mit dem Versagen und der Verantwortungslosigkeit in unseren eigenen Reihen: damit den zu Schaden Gekommenen und in ihrer Würde Verletzten geholfen und weiterer Schaden verhindert wird; damit die Menschen, die sich des Missbrauchs schuldig gemacht haben, Verantwortung für ihr Verhalten übernehmen und konkrete Konsequenzen daraus ziehen. Für uns alle gilt gerade hier das Hoffnung gebende Wort Jesu „Die Wahrheit wird euch frei machen.“ (Joh 8,32). Um einen umfassenden Dienst an dieser Wahrheit bitte ich alle in der Kirche.”</em></p>
<p style="text-align:justify;">Nähere Informationen zur Missbrauchsproblematik gibt es im Internet: www.ombudsstellen.at</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://www.katholisch.at" target="_blank">www.katholisch.at</a></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://www.missbrauch-opfer.info" target="_blank">www.missbrauch-opfer.info</a> (Das Gästebuch auf dieser Seite ist erschütternd)</p>
<p style="text-align:justify;">Etliche Katholiken haben aufgrund der Missbrauchsthematik in den letzten Wochen den Austritt aus der Kirche erklärt, und ich weiß aus persönlichen Gesprächen, dass auch Cartellbrüder solche Überlegungen anstellen. Ich denke aber, dass gerade jetzt der (Wieder-)Aufbau von Vertrauen in die Kirche etwas ganz Wichtiges ist, und dazu braucht es Christen, die zu ihrem Glaubensbekenntnis und zur Kirche stehen und die damit zeigen, dass Kirche vor allem Gemeinschaft um Jesus Christus ist, auch wenn diese Gemeinschaft durch die Sünde der Menschen immer wieder geschwächt wird.</p>
<p style="text-align:justify;">Allen, die den Schritt aus der Kirche in Erwägung ziehen oder schon gesetzt haben, stehe ich sehr gerne zu persönlichem Kontakt zur Verfügung, wo Fragen geklärt werden können, wo Ärger abgeladen werden kann und wo sich gegebenenfalls auch ein Weg zurück in die Kirche finden lässt.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich wünsche uns allen, dass wir uns trotz aller dunklen Erfahrungen als von Gott geliebte und erlöste Menschen wissen und dass uns der Glaube an Gott Zuversicht in unserem Leben gibt, nicht zuletzt in der Gemeinschaft der Glaubenden, die wir Kirche nennen.</p>
<p>Mag. Eugen Schindler CM v. Lucas<br />
Verbindungsseelsorger</p>
<p>Email: eugen.schindler[at]lazaristenpfarre.at</p>
<blockquote><p>Mag. Eugen Schindler CM v. Lucas ist Visitator der österreichischen Lazaristenprovinz und Pfarrer in der Lazaristenpfarre und in Altlerchenfeld.</p></blockquote>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/diefiedel.wordpress.com/898/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/diefiedel.wordpress.com/898/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/diefiedel.wordpress.com/898/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/diefiedel.wordpress.com/898/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/diefiedel.wordpress.com/898/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/diefiedel.wordpress.com/898/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/diefiedel.wordpress.com/898/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/diefiedel.wordpress.com/898/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/diefiedel.wordpress.com/898/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/diefiedel.wordpress.com/898/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/diefiedel.wordpress.com/898/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/diefiedel.wordpress.com/898/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/diefiedel.wordpress.com/898/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/diefiedel.wordpress.com/898/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=diefiedel.wordpress.com&amp;blog=5449034&amp;post=898&amp;subd=diefiedel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Jugend ohne Gott?</title>
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		<pubDate>Sat, 08 May 2010 17:37:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>diefiedel</dc:creator>
				<category><![CDATA[NdWelt]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 28. April hielt s.E. Weihbischof Dipl.-Ing. Mag. Stephan Turnovszky den lang erwarteten AC zum Thema „Jugend ohne Gott? &#8211; Kirche ohne Jugend?“. Ein Bericht von Georg Nahodil Jugendbischof Turnovsky ging insbesondere auf die Nachwuchsproblematik sowie die Außenwirkung der katholischen Kirche in der Gegenwart ein. Dies tat er in Form eines ca. halbstündigen Impulsreferates, in [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=diefiedel.wordpress.com&amp;blog=5449034&amp;post=887&amp;subd=diefiedel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><span style="color:#800080;"><strong><img class="alignright" style="border:0 none;margin:0 12px;" title="Weihbischof Turnovszky" src="http://www.nordgau.at/Photos/Sommersemester%202010/AC%20Jugend%20ohne%20Gott%20-%20Kirche%20ohne%20Jugend/slides/SDC11861.JPG" alt="" width="182" height="242" />Am 28. April hielt s.E. Weihbischof Dipl.-Ing. Mag. Stephan Turnovszky den lang erwarteten AC zum Thema „Jugend ohne Gott? &#8211; Kirche ohne Jugend?“.</strong></span></p>
<p><strong></strong><em><span style="color:#000000;">Ein Bericht von Georg Nahodil</span></em><strong><br />
</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-887"></span>Jugendbischof Turnovsky ging insbesondere auf die Nachwuchsproblematik sowie die Außenwirkung der katholischen Kirche in der Gegenwart ein. Dies tat er in Form eines ca. halbstündigen Impulsreferates, in welchem er kurz verschiedene Themen ansprach und zum Teil hoch interessante Inputs gab, um uns zum Nachdenken anzuregen (beispielsweise die steigende Zahl an Erwachsenen-Taufen und die daraus resultierende Notwendigkeit an mehr Glaubenszeugen, die „suchende“ Erwachsene zur Kirche führen).</p>
<p style="text-align:justify;">Der wichtigste Teil des AC war aber wohl die anschließende, von Bbr. Mag. Florian Kührer äußerst souverän geleitete, lebhafte Diskussion, in welcher uns Weihbischof Turnovszky unter anderem zur Wiederverheirateten-Problematik, aber auch zu zahlreichen anderen interessanten Themen Rede und Antwort stand. Auch zu den aktuellen Missbrauchsfällen fand er klare, verurteilende Worte und drückte seine Hoffnung aus, dass diese kirchenintern als Anlass zur inneren Erneuerung genutzt werden mögen.   Nach der Übergabe unseres Gastgeschenkes, über welches sich Weihbischof Turnovszky sehr gefreut hat, stand er uns noch geraume Zeit beim Buffet, welches mit großer Liebe zum Detail von unseren Bundesbrüdern Markus Böhm und Bakk. Andreas Grafl gestaltet wurde, zum Gespräch zur Verfügung. Unser Dank gilt natürlich auch Bbr. WHR Dr. Ernst Schebesta, ohne dessen Einsatz bei der Kontaktaufnahme der AC in dieser Form vermutlich nicht möglich gewesen wäre.  Abschließend möchte ich den AC als sehr gelungenen, interessanten Abend beschreiben, der zahlreiche Bundesbrüder auf die Bude gezogen hat und der vermutlich am besten besuchte AC der letzten Semester war. &lt;&gt;</p>
<p style="text-align:justify;">Fotos auf <a href="http://www.nordgau.at/Photos/Sommersemester%202010/AC%20Jugend%20ohne%20Gott%20-%20Kirche%20ohne%20Jugend/index.html" target="_blank">www.nordgau.at</a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/diefiedel.wordpress.com/887/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/diefiedel.wordpress.com/887/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/diefiedel.wordpress.com/887/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/diefiedel.wordpress.com/887/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/diefiedel.wordpress.com/887/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/diefiedel.wordpress.com/887/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/diefiedel.wordpress.com/887/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/diefiedel.wordpress.com/887/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/diefiedel.wordpress.com/887/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/diefiedel.wordpress.com/887/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/diefiedel.wordpress.com/887/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/diefiedel.wordpress.com/887/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/diefiedel.wordpress.com/887/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/diefiedel.wordpress.com/887/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=diefiedel.wordpress.com&amp;blog=5449034&amp;post=887&amp;subd=diefiedel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>&#8222;Letztlich sind es die Bundesbrüder, warum er bleibt&#8220;</title>
		<link>http://diefiedel.wordpress.com/2010/04/26/letztlich-sind-es-die-bundesbruder-warum-er-bleibt/</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 19:15:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>diefiedel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Colloquium]]></category>

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		<description><![CDATA[Bbr. Dr. Gregor Hörmanns Festrede zum Gründungstag 2010. Zukunftsperspektiven aus der Sicht eines Aktiven. Der hohe Senior hat mich gebeten in der Festrede auf Nordgau aus Sicht der Aktivitas einzugehen. Eine ehrenvolle, wenn auch nicht ganz einfache Aufgabe. 47 junge Männer zählt unsere Aktivitas derzeit. 47 Burschen und Fuchsen mit unterschiedlichen Geschichten und folglich 47 [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=diefiedel.wordpress.com&amp;blog=5449034&amp;post=881&amp;subd=diefiedel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><span style="color:#800080;"><strong><a href="http://diefiedel.files.wordpress.com/2010/04/faust.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-882" style="margin:5px 10px;" title="Faust" src="http://diefiedel.files.wordpress.com/2010/04/faust.jpg?w=182&#038;h=242" alt="" width="182" height="242" /></a>Bbr. Dr. Gregor Hörmanns Festrede zum Gründungstag 2010. Zukunftsperspektiven aus der Sicht eines Aktiven.</strong></span></p>
<p style="text-align:justify;"><strong> </strong>Der hohe Senior hat mich gebeten in der Festrede auf Nordgau aus Sicht der Aktivitas einzugehen. Eine ehrenvolle, wenn auch nicht ganz einfache Aufgabe. 47 junge Männer zählt unsere Aktivitas derzeit. 47 Burschen und Fuchsen mit unterschiedlichen Geschichten und folglich 47 völlig unterschiedliche Herangehensweisen an das Phänomen Nordgau. Was ist es nun aber, das uns alle vereint? Was führt einen jungen Studenten zu unserer Verbindung? Wohl kaum allein das billige Bier oder die liebevoll zubereiteten Würstel. Und weiter: Was bewegt diesen jungen Nordgauer im Jahre 2010? Wie erlebt er seine Aktivenzeit in einer radikal veränderten Studienlandschaft?<br />
<span id="more-881"></span><br />
Radikal verändert hat sich das Studentenleben durchaus. Die Auswirkungen von Bologna-Prozess und Universitätsgesetzreform sind uns hinlänglich bekannt. Und ich will jetzt auch nicht näher auf Vor- und Nachteile eingehen, auch nicht die Kontroverse zwischen Bildung und Ausbildung an den Hochschulen, aber ein junger Student sieht sich heute wohl mit einer gänzlich anderen Studienlandschaft konfrontiert als noch vor 20 oder 30 Jahren. Die Studienpläne sind verschulter geworden und das Zeitkorsett deutlich enger. Viele müssen neben ihrem Studium einer Arbeit nachgehen und auch der Leistungsdruck scheint gestiegen zu sein &#8211; angefangen bei Aufnahmetests vor dem Studium, über Platzbeschränkungen bis hin zu diversen Knock-out-Prüfungen. Und für den Arbeitsmarkt reicht es heute nicht mehr, sein Studium einfach nur irgendwie zu absolvieren. Es soll schon ein Abschluss in Mindeststudienzeit sein, dazu ein paar Semester im Ausland und wenn es irgendwie geht, dann auch gleich ausgiebige praktische Erfahrung. Das mag schon überspitzt ausgedrückt sein, aber im Vergleich mutet es etwas anachronistisch an, wenn wir auf der Kneipe die Leichtigkeit des unbeschwerten Studentendaseins besingen. Wie heißt es doch zum Beispiel in der „Alten Bude“ so schön: „Zwischen Trunk und Traum und Liebe verbracht ich meine Fuchsenzeit.“ Ein solcher Fuchs würde wohl heute ziemlich rasch vor der Studienkommission landen.</p>
<p style="text-align:justify;">Diese Veränderungen der Studienlandschaft haben natürlich auch Auswirkungen auf unsere Verbindung. Der „Nordgauer Model 2010“ wird sein Couleurstudententum zwar aus vollem Herzen ausüben, aber wohl kaum als Vollzeitjob. <strong>Der Aktive von heute wohnt nicht mehr auf der Bude, und das ist wahrscheinlich auch gut so.</strong> Schließlich wollen wir den Studienfortschritt unserer Bundesbrüder ja fördern und nicht behindern – vom Eliteanspruch des CV noch ganz zu schweigen. Andererseits fordern wir von unseren Mitgliedern auch Engagement und Einsatz für unsere Verbindung – und das zu Recht. Es muss einiges geleistet werden, um den Budenbetrieb am Laufen zu halten, um Veranstaltungen wie diesen würdigen Gründungstag zu organisieren. Hier ist von uns allen ein höheres Maß an Flexibilität und Innovation gefordert.</p>
<p style="text-align:justify;">Wir haben auf diese Anforderung zum Teil auch schon reagiert. Mit der Neugestaltung von Fuchsenausbildung und Philistrierungsvoraussetzungen vor einigen Jahren haben wir einen entscheidenden Schritt in die richtige Richtung getan. Der junge Nordgauer kann nun seine Arbeit für unsere Verbindung freier planen und etwas besser mit seinen anderen Tätigkeiten koordinieren. Darüber hinaus werden auch noch andere Vorschläge als Reaktion auf diese Veränderungen diskutiert: ein verstärktes Engagement außerhalb von Chargen und Funktionen oder ein mehr projektbezogener Einsatz von Bundesbrüdern. Selbiges erleben wir in unserer Verbindung ja ohnedies immer wieder. So hat sich der „Gemischte Satz“ – um nur ein gelungenes Beispiel von vielen zu nennen – aus der Idee einiger Bundesbrüder entwickelt, die nicht mit einer Chargentätigkeit betraut waren. Und in den letzten Semestern konnte dadurch das Programm um ein paar sehr erfolgreiche Veranstaltungen bereichert werden. Auch so können wir die Arbeit des CHCs unterstützen. Es wird in den kommenden Jahren hier sicher noch mehr innovative Ideen brauchen, um Studium und Engagement für unseren Nordgau noch besser vereinbar zu machen. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir weitere praktikable und zukunftsweisende Lösungen dafür finden werden.</p>
<p style="text-align:justify;">Ein ganz anderes Problem, das sich im Jahr 2010 für die Aktivitas stellt, ist die Frage der Religio. Und dieses Problem lässt sich nicht so leicht lösen. Auch hier haben sich die gesellschaftlichen Umstände geändert, wenn auch nicht so radikal, wenn auf viel langsamer und schon seit Jahrzehnten. <strong>Wir können heute leider nicht mehr davon ausgehen, dass ein jeder junger Student katholisch ist &#8211; und schon gar nicht, dass er wirklich hinter seinem Glauben steht.</strong> Noch mag dieses Problem bei der Aufnahme neuer Mitglieder nicht so akut sein. Aber wie sieht es in zehn, wie sieht es in dreißig Jahren aus? Der Trend an Kirchenaustritten lässt hier leider nichts Positives erwarten. Wie werden wir darauf reagieren? Werden wir einfach zusehen, wie der Anteil an Studenten, die wir ansprechen, immer kleiner wird? Oder werden wir dann gar junge Menschen über die Verbindung wieder an die Kirche heranführen können? Hier kommen wohl in nicht allzu ferner Zukunft neue Herausforderungen und neue Aufgaben auf uns zu.</p>
<p style="text-align:justify;">Ein weiteres Spannungsfeld, in das sich ein junger Couleurstudent 2010 begibt, ist sicher jenes zwischen Tradition und Moderne. Heute feiern wir unseren 110. Gründungstag – 110 Jahre, eine lange Geschichte und Tradition, die es zu erhalten gilt. Doch nicht alles was alt ist, soll auch einfach so fortgeführt werden – schon gar nicht unkritisch. Es gibt hierzu immer wieder kontroverse Meinungen beispielsweise auch zum Text unseres Bundesliedes – in der Aktivitas wie in der Altherrenschaft. Sicher ein schwieriges Thema, ich kenne den geschichtlichen Hintergrund und es liegt mir auch fern hier für radikale Änderungen zu plädieren – schon gar nicht an unserem Gründungstag. Aber ich habe in Gesprächen leider zu oft Stimmen gehört, die eine Diskussion grundsätzlich scheuen – sei es aus Angst vor einer Auseinandersetzung oder aus Bequemlichkeit. Nun liebe Bundesbrüder, ich glaube – auch gerade aus Sicht der Aktivitas – ist das der falsche Weg. Wir laufen hier Gefahr, jungen Studenten Althergebrachtes zu unkritisch zu vermitteln. „<strong>Weil es so ist. Weil es immer schon so war.“, sind sicher keine Argumente einer Vereinigung mit Zukunft.</strong> Ich will hier keineswegs dem Zeitgeist das Wort reden; Traditionen sind etwas Wunderbares, aber man muss sich bewusst für sie entscheiden. Nur wenn sich die junge Generation, wenn sich jede neue Generation an Nordgauern aktiv mit unserer Geschichte auseinandersetzt, nur wenn sie sich auch der unbequemen Diskussion stellt, dann kann sie unsere Traditionen als ihre eigenen annehmen und sie für die Zukunft bewahren, anstatt sie nur halbherzig zu akzeptieren.</p>
<p style="text-align:justify;">Doch zurück zu einer anderen, einer entscheidenden Frage: Was ist es nun, das einen jungen Studenten heute dazu bringt, einer Verbindung wie der unseren beizutreten? Warum beschäftigt er sich überhaupt mit den gerade genannten Problemen und investiert einen nicht unerheblichen Teil seiner Zeit in die Bude? Warum kümmert er sich um Bierbestellungen und Studentengeschichte und behängt sich mit eigenartigen Bändern? Oder anders ausgedrückt: <strong>Was ist es, das unseren geliebten Nordgau seit 110 Jahren am Leben erhält, ihn wachsen und gedeihen lässt. Was macht seine Faszination auch noch im Jahre 2010 aus?</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Auch hier ist die Vielfalt der Antworten so groß wie die Zahl der Bundesbrüder. Es sind zum einen sicher unsere klaren Prinzipien, die junge Menschen ansprechen – gerade in einer Zeit, in der viele Wertvorstellungen in Frage gestellt werden. Zum anderen mögen es attraktive Veranstaltungen sein – von Kneipen bis zu ausgelassenen Partys, von interessanten Diskussionsabenden bis zu würdigen Festkommersen. Und nicht zuletzt sind es oft familiäre Bande oder eine Vorbelastung im MKV, die den jungen Studenten zum Nordgau führen. Diese Aufzählung ist sicher nicht vollständig, <strong>doch ganz egal warum ein Student zu uns kommt, letztlich sind es die Bundesbrüder – sind es wir alle – warum er bleibt.</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align:justify;">In der Begegnung mit den anderen Nordgauern offenbart sich die wahre Bedeutung von Bundesbrüderlichkeit und von Amicitia – sei es in angeregten Diskussionen, in gegenseitiger Hilfe oder einfach nur bei einem Glas Bier. Ein jeder neue Bundesbruder findet schließlich im persönlichen Kontakt seine Liebe zum Nordgau und seinen eigenen, ja einzigartigen Zugang zu unserer Verbindung. So machen beispielsweise für mich gerade die vielfältigen Gelegenheiten des gegenseitigen Austausches das Besondere am Phänomen Nordgau aus – ein Austausch über die Grenzen von Fachbereichen und Generationen hinweg. <strong>Wo sonst erlebt man schon an ein und demselben Abend an der Bar Diskussionen über Atomphysik und Verwaltungsrecht, kann man sich über die Fortschritte der medizinischen Forschung ebenso informieren wie über jene der Byzantinistik oder über Strategien beim Tarock?</strong> Wo sonst kommt es zu einem so ungezwungenen Miteinander von jung und alt? Und das auch noch mit Freunden, ja mit Brüdern. Und nicht nur innerhalb unserer eigenen Verbindung ist eine solche Begegnung möglich. Gerade wenn wir heute unseren Gründungstag gemeinsam mit unseren Bundesbrüdern von Nordgau Prag feiern, zeigt sich einmal mehr, dass das Band unserer Freundschaft weit über die Kolingasse hinausgeht.</p>
<p style="text-align:justify;">Liebe Bundesbrüder, für die kommenden Jahre und Jahrzehnte gilt es, alles was wir an unserem Nordgau so lieb gewonnen haben, zu bewahren und an die nächsten Generationen der Aktivitas weiterzugeben. Und es gilt, immer wieder junge Studenten für unseren Bund zu begeistern. Dazu müssen wir uns gemeinsam neuen Herausforderungen stellen und auch Mut zur Veränderung haben, um eine Verbindung mit Zukunft zu bleiben. Wenn ich heute auf ein ganzes Dutzend Fuchsen blicke und wenn ich eine junge engagierte Aktivitas sehe, die auch schon im CHC Verantwortung übernommen hat, so stimmt es mich am Ende meiner Aktivenzeit zuversichtlich. Zuversichtlich, dass wir alle noch vor uns liegenden Aufgaben gemeinsam bewältigen werden. Zuversichtlich, dass unsere Bundesbrüder Nordgaus Gründungstag auch noch feiern werden, wenn weitere 110 Jahre vergangen sind. &lt;&gt;</p>
<blockquote>
<p style="text-align:justify;">Dr. Gregor Hörmann, Jahrgang 1983, ist Assistent am Klinischen Institut für medizinisch-chemische Labordiagnostik an der Medizinischen Universität Wien. Nordgauer seit 2004.</p>
</blockquote>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Mehr Fotos auf <a href="http://www.nordgau.at/Photos/Sommersemester%202010/110.%20Gruendungstag%20mit%20Landesvaterkneipe/index.html" target="_blank">www.nordgau.at</a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/diefiedel.wordpress.com/881/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/diefiedel.wordpress.com/881/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/diefiedel.wordpress.com/881/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/diefiedel.wordpress.com/881/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/diefiedel.wordpress.com/881/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/diefiedel.wordpress.com/881/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/diefiedel.wordpress.com/881/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/diefiedel.wordpress.com/881/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/diefiedel.wordpress.com/881/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/diefiedel.wordpress.com/881/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/diefiedel.wordpress.com/881/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/diefiedel.wordpress.com/881/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/diefiedel.wordpress.com/881/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/diefiedel.wordpress.com/881/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=diefiedel.wordpress.com&amp;blog=5449034&amp;post=881&amp;subd=diefiedel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Der Thor Heyerdahl der Borkenkäfer</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Mar 2010 12:34:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>diefiedel</dc:creator>
				<category><![CDATA[NdWelt]]></category>

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		<description><![CDATA[Ips schmutzenhoferi – Käfer, Schädling, Freund Abseits von Hofratskarrieren, Titelambitionen und Würdenträgerverehrungen ist  ein verschütteter seit längerem und (zu Unrecht!) vielleicht etwas belächelter Werdegang von globaler Relevanz in der Forstentomologie und Koleopterologie in den Fokus „Nordgaus HiSociety“ gerückt. Ein bodenständiger, studierter Forstwirt namens Heinrich Schmutzenhofer (v. Odysseus) steht im Mittelpunkt dieses neuentdeckten „Gschichtls“ und sein [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=diefiedel.wordpress.com&amp;blog=5449034&amp;post=867&amp;subd=diefiedel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><span style="color:#800080;"><strong>Ips schmutzenhoferi – Käfer, Schädling, Freund</strong></span></p>
<p><span style="color:#800080;"> </span></p>
<div id="attachment_871" class="wp-caption alignleft" style="width: 254px"><a href="http://diefiedel.files.wordpress.com/2010/03/ips_schmutzenhoferi1.jpg"><img class="size-medium wp-image-871" title="ips schmutzenhoferi - der Borkenkäfer aus Bhutan, dem Land des Donnerdrachens" src="http://diefiedel.files.wordpress.com/2010/03/ips_schmutzenhoferi1.jpg?w=244&#038;h=161" alt="ips schmutzenhoferi - der Borkenkäfer aus Bhutan, dem Land des Donnerdrachens" width="244" height="161" /></a><p class="wp-caption-text">ips schmutzenhoferi - der Borkenkäfer aus Bhutan, dem Land des Donnerdrachens</p></div>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#800080;">Abseits von Hofratskarrieren, Titelambitionen und Würdenträgerverehrungen ist  ein verschütteter </span><span style="color:#800080;">seit  längerem </span><span style="color:#800080;">und (zu Unrecht!) vielleicht etwas belächelter Werdegang von globaler Relevanz in der Forstentomologie  und Koleopterologie in den Fokus „Nordgaus HiSociety“ gerückt. </span></p>
<p style="text-align:justify;">Ein bodenständiger, studierter Forstwirt namens Heinrich Schmutzenhofer (v. Odysseus) steht im Mittelpunkt dieses neuentdeckten „Gschichtls“ und sein anektodenreiches Leben verdient breiteres Publikum.<br />
<span id="more-867"></span><br />
Seine Lebensstationen erstrecken sich – kurz angeschnitten – von der Forstlichen Versuchsanstalt als Leiter der Forstlichen Entomologie bis zum Generalsekretär der IUFRO (International Union of Forest Research Organizations) in Wien. Er war und ist eine weltweit geachtete Koryphäe auf den Gebiet der Insektenkunde, daher war „Schmutzi“, wie ihn seine Generation nennt, auch in vielen Teilen der Welt als Experte für Borkenkäfer unterwegs. Die Erforschung und auch Vernichtung im Auftrag der Welternährungsorganisation (FAO) der United Nations führte ihn in Länder und Gebiete Südasiens und auch Südamerikas, die zu dieser Zeit noch wenig erforscht und bereist wurden. Davon zeugen seine urtümlich gefärbten Anekdoten seiner ethnologischen Beobachtungen. Aufmerksamkeit erregt aber jene Entdeckung einer verwandten Art des Borkenkäfers (Art: Buchdrucker) in Bhutan, welcher nunmehr offiziell seinen Namen trägt: der „Ips schmutzenhoferi“ ein besonders bedeutender Forstschädling in dieser Region, welcher Forstwissenschaftler immer noch intensiv beschäftigt, wie eine Google-Suche im Internet eindrucksvoll beweist.</p>
<p style="text-align:justify;">Der „Thor Heyerdahl“ der Borkenkäfer ist mittlerweile in Pension, aber anscheinend immer noch als gefragter „Käfervernichter“, Vortragender und Weltreisender tätig. So berichtet eine verlässliche Quelle (aus den Reihen unserer Verbindung), dass er nach einem Schädlingsbefall in seinem Weinviertler Garten die freundschaftliche Expertise von Dipl. Ing. Schmutzenhofer eingeholt hat. Dieser sei am nächsten Tag mit einer Abordnung von Wissenschaftlern der Universität für Bodenkultur wieder aufgetaucht und habe den Baum tagelang observieren lassen, um das erste Auftreten dieses Schädlings in Mitteleuropa ausschließen oder nachweisen zu können. Kolportiert wird auch sein Engagement als Vorkämpfer für den Käfer als alternative Nahrungsquelle und wohlschmeckende Delikatesse in unseren Breitengraden. Die Gelegenheit ihn näher kennenzulernen und seinen Schnurren zu folgen sollte auf jeden Fall angestrebt werden.</p>
<p><em>Jegliche maßlose Übertreibung, übertriebene Glorifizierung und mystische Verklärung in dieser Kolumne ist erwünscht und beabsichtigt. Gerhard Labschütz</em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/diefiedel.wordpress.com/867/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/diefiedel.wordpress.com/867/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/diefiedel.wordpress.com/867/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/diefiedel.wordpress.com/867/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/diefiedel.wordpress.com/867/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/diefiedel.wordpress.com/867/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/diefiedel.wordpress.com/867/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/diefiedel.wordpress.com/867/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/diefiedel.wordpress.com/867/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/diefiedel.wordpress.com/867/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/diefiedel.wordpress.com/867/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/diefiedel.wordpress.com/867/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/diefiedel.wordpress.com/867/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/diefiedel.wordpress.com/867/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=diefiedel.wordpress.com&amp;blog=5449034&amp;post=867&amp;subd=diefiedel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Neues Buch von Voltaire</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Feb 2010 08:26:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>diefiedel</dc:creator>
				<category><![CDATA[NdWelt]]></category>

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		<description><![CDATA[Bbr. Ao. Univ.-Prof. Dr. Josef Tomiska (Institut für Physikalische Chemie an der Universität Wien) beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit dem Thema der Vereinbarkeit von Religion und moderner Naturwissenschaft. In seinem neuen Buch &#8222;Physik, Gott und die Materie. Warum Wissenschaft und Glaube kein Widerspruch sind&#8220; macht er seine Überlegungen einmal mehr einem breiten Publikum [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=diefiedel.wordpress.com&amp;blog=5449034&amp;post=861&amp;subd=diefiedel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_862" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://diefiedel.files.wordpress.com/2010/02/51qsyikj0vl-_ss500_.jpg"><img class="size-medium wp-image-862" title="Physik, Gott und die Materie" src="http://diefiedel.files.wordpress.com/2010/02/51qsyikj0vl-_ss500_.jpg?w=300&#038;h=300" alt="Physik, Gott und die Materie" width="300" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Physik, Gott und die Materie</p></div>
<p style="text-align:justify;">Bbr. Ao. Univ.-Prof. Dr. Josef Tomiska (Institut für Physikalische Chemie an der Universität Wien) beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit dem Thema der Vereinbarkeit von Religion und moderner Naturwissenschaft. In seinem neuen Buch &#8222;Physik, Gott und die Materie. Warum Wissenschaft und Glaube kein Widerspruch sind&#8220; macht er seine Überlegungen einmal mehr einem breiten Publikum zugänglich.<span id="more-861"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Inhalt:<em> Wissenschaft und Glaube werden oft als Gegensatz gesehen. Doch ganz  große Forscher wie zum Beispiel Albert Einstein waren oft gläubig. Gott  und Wissenschaft sind keine Gegensätze, behauptet der Physiker Josef  Tomiska. Er erklärt allgemein verständlich die Denkweisen der Religion  und der Wissenschaft. Wie haben sich die Weltbilder  auseinanderentwickelt? Und: Wie und warum passen sie zusammen, ja  ergänzen sich sogar? Ein Buch, das den Leser in seinen Bann zieht und  aufgrund der vielen neuen Ansätze zum Denken anregt.</em></p>
<p><strong>Josef Tomiska<br />
Physik, Gott und die Materie</strong><br />
Wieso Wissenschaft und Glaube kein Widerspruch sind</p>
<p>14,3 x 21,5 cm<br />
200 Seiten  &#8211; 20 farbige Abbildungen<br />
EUR: 19,95 CHF: 34,80<br />
ISBN: 978-3-8000-7458-7</p>
<p>Zu erwerben ist sein Werk bei <a href="http://www.ueberreuter.at/index.php?isbn=800074587&amp;nr_texte=7&amp;phd=3&amp;content=3" target="_blank">Ueberreuter </a>oder im Buchhandel.</p>
<p>Ein ausführlicher Aufsatz des Autors  zu diesem Thema ist auch schon in der Fiedel 01/2009 (FiedelForum)  erschienen.</p>
<p>Persönliche Website von Josef Tomiska: <a href="http://www.univie.ac.at/tomiska/" target="_blank">http://www.univie.ac.at/tomiska/</a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/diefiedel.wordpress.com/861/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/diefiedel.wordpress.com/861/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/diefiedel.wordpress.com/861/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/diefiedel.wordpress.com/861/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/diefiedel.wordpress.com/861/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/diefiedel.wordpress.com/861/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/diefiedel.wordpress.com/861/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/diefiedel.wordpress.com/861/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/diefiedel.wordpress.com/861/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/diefiedel.wordpress.com/861/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/diefiedel.wordpress.com/861/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/diefiedel.wordpress.com/861/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/diefiedel.wordpress.com/861/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/diefiedel.wordpress.com/861/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=diefiedel.wordpress.com&amp;blog=5449034&amp;post=861&amp;subd=diefiedel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Maki nach dem Officium</title>
		<link>http://diefiedel.wordpress.com/2010/02/01/maki-nach-dem-officium/</link>
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		<pubDate>Mon, 01 Feb 2010 22:21:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>diefiedel</dc:creator>
				<category><![CDATA[NdWelt]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Nordgauer bei Edo-Rhenania Tokio Eine Semesterabschlusskneipe, bei der man das Bier nur anderen, nie sich selbst einschenkt, bei der nach Ende des Offiziums Maki serviert wird und deren Präsidium Satoshi Ozawa innehat, nährt im aufmerksamen Couleuriker den Verdacht, sich nicht in der Kolingasse 2 zu befinden. Aufgrund eines derzeitigen Forschungsaufenthaltes in Tsukuba, 60 Kilometer [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=diefiedel.wordpress.com&amp;blog=5449034&amp;post=849&amp;subd=diefiedel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><span style="color:#800080;"><strong>Ein Nordgauer bei Edo-Rhenania Tokio</strong></span></p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">
<div id="attachment_857" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://diefiedel.files.wordpress.com/2010/02/edo-gruppenbild1.jpg"><img class="size-medium wp-image-857" title="Edo-Gruppenbild" src="http://diefiedel.files.wordpress.com/2010/02/edo-gruppenbild1.jpg?w=300&#038;h=225" alt="Die AV Edo-Rhenania und ihre Gäste aus Deutschland und Österreich" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Die AV Edo-Rhenania und ihre Gäste aus Deutschland und Österreich</p></div>
<p style="text-align:justify;">Eine Semesterabschlusskneipe, bei der man das Bier nur anderen, nie sich selbst einschenkt, bei der nach Ende des Offiziums Maki serviert wird und deren Präsidium Satoshi Ozawa innehat, nährt im aufmerksamen Couleuriker den Verdacht, sich nicht in der Kolingasse 2 zu befinden. <span id="more-849"></span>Aufgrund eines derzeitigen Forschungsaufenthaltes in Tsukuba, 60 Kilometer nordöstlich von Tokyo, hatte ich am 30. Jänner die Möglichkeit, die Abschlusskneipe e.v. <a href="http://www.edo-rhenania.net" target="_blank">AV Edo-Rhenania zu Tokyo</a> besuchen zu können und somit eine der seltenen Studentenverbindungen in unserem Sinne außerhalb Europas (inklusive Großbritannien) kennenzulernen. Obwohl einige tausend Kilometer von der Heimat des Couleurstudententums entfernt, kommen in Tokyo Japaner (die das Couleurstudententum oft in Deutschland kennengelernt haben), Deutsche und Österreicher (die es aus verschiedenen Gründen weit nach Osten verschlagen hat), zusammen, um in zweitbester (deutscher Comment) couleurstudentischer Tradition das Semesterende zu begehen.</p>
<p style="text-align:justify;">Nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten (jeder, der das japanische Adresssystem kennt, wird mich verstehen) erblickte ich mit couleurstudentisch geschultem Auge zwei verdächtige Personen westlichen Phänotyps, die nach drei dreister werdenden Fragen meinerseits („Do you speak English?“ – „Do you speak German?“ – „Are you CV?“) als Couleurstudenten aus Mannheim und Graz und außerdem ortskundig entlarvt werden konnten (Ich bin mir der Sinnlosigkeit des Gebrauchs der englischen Sprache in der dritten Frage durchaus bewusst, um die Seriösität dieses Berichts nicht zu gefährden verzichte ich allerdings auf Beschönigungen).</p>
<p style="text-align:justify;">
<div id="attachment_851" class="wp-caption alignleft" style="width: 241px"><a href="http://diefiedel.files.wordpress.com/2010/02/edo-rhenania-bei-der-kneipe.jpg"><img class="size-medium wp-image-851" title="Edo-Rhenania bei der Kneipe" src="http://diefiedel.files.wordpress.com/2010/02/edo-rhenania-bei-der-kneipe.jpg?w=231&#038;h=173" alt="Edo-Rhenania bei der Kneipe" width="231" height="173" /></a><p class="wp-caption-text">Edo-Rhenania bei der Kneipe</p></div>
<p style="text-align:justify;">Die Kneipe wurde in deutscher Sprache geschlagen, bei der sehr persönlichen und ergreifenden Rede zum Gedenken an ein kürzlich verstorbenes Ehrenmitglied, den ehemaligen Erzbischof von Tokyo, Peter Seiichi Kardinal Shirayanagi, kam noch eine japanische Übersetzung dazu, da nicht alle Edo-Rhenanen vollkommen sattelfest in der deutschen Sprache sind.</p>
<p style="text-align:justify;">Nach der Kneipe folgte noch eine Farbenstrophen-Parade, bei der die anwesenden Kartellbrüder erst ihre Burschenstrophe zum Besten geben durften und anschließend zum Zwecke des gegenseitigen Kennenlernens Fragen aus der Corona beantworteten (weniger die nach einer etwaigen Schwester, sondern eher in Richtung Zweck des Aufenthaltes, Japanischkenntnisse,… gehend).</p>
<p style="text-align:justify;">Studentenverbindung oder nicht, Japan bleibt in gewissen Bereichen des Lebens eben Japan und so war um neun Uhr Abends der Saal zu verlassen. Japan oder nicht, Studentenverbindung bleibt in gewissen Bereichen des Lebens eben Studentenverbindung und so nahm ein Großteil der Anwesenden dies zum Anlass, ein nahegelegenes Lokal aufzusuchen, um dort den Abend noch gemütlich bei Bier und Gesprächen über Japaner in Österreich/Deutschland, Österreicher in Japan, Gott und die restliche Welt ausklingen zu lassen.</p>
<p style="text-align:justify;">Für mich war die heurige Semesterabschlusskneipe ein rundum gelungener und hochinteressanter exotischer couleurstudentischer Abend. Ich danke den Kartellbrüdern der Edo-Rhenania für diese Erfahrung und kann jedem, der zur richtigen Zeit in Tokyo weilt, wärmstens empfehlen, Edo-Rhenania zu Tokyo einen Besuch abzustatten.</p>
<blockquote><p>Mag. David Geist v. Chrysostomos, NdW</p></blockquote>
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		<title>Zur Präsenz von Religion im öffentlichen Raum</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Dec 2009 20:56:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>diefiedel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Colloquium]]></category>

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		<description><![CDATA[Gedanken am Fest unseres Landespatrons* von Gerald Gruber Kirchlich gesehen ist der 15. November ein Hochfest, das des Hl. Leopolds, des Landespatrons von Niederösterreich. Staatlich gesehen ist dieser Tag der Landesfeiertag: Wenn dieser Tag nicht an auf einen Sonntag fällt, wie in diesem Jahr, haben Schüler und Landesbedienstete frei. Die offizielle Homepage des Landes NÖ [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=diefiedel.wordpress.com&amp;blog=5449034&amp;post=838&amp;subd=diefiedel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>Gedanken am Fest unseres Landespatrons*</h4>
<p><em>von Gerald Gruber<br />
</em></p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 143px"><img title="Religiöse Symbole" src="http://www.nzz.ch/images/__lead_1.194336.1183967148.gif" alt="Was hängt an der Klassenwand?" width="133" height="133" /><p class="wp-caption-text">Was hängt an der Klassenwand?</p></div>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#800080;">Kirchlich gesehen ist der 15. November ein Hochfest, das des Hl. Leopolds, des Landespatrons von Niederösterreich. Staatlich gesehen ist dieser Tag der Landesfeiertag: Wenn dieser Tag nicht an auf einen Sonntag fällt, wie in diesem Jahr, haben Schüler und Landesbedienstete frei. Die offizielle Homepage des Landes NÖ erläutert unter dem Punkt „Landessymbole“: Der 15. November ist in Niederösterreich Landesfeiertag: Wir feiern den Heiligen Leopold, unseren Landespatron. In Tagen wie diesen muss man fragen: Darf das sein?</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-838"></span>Ist das opportun? Könnte durch den staatlichen Landesfeiertag nicht irgendjemand in seiner individuellen Religionsfreiheit beeinträchtigt sein? Dadurch, dass er öffentlich mit einem katholischen Heiligen konfrontiert wird? Darf die Vita des Hl. Leopolds auf der zivilen Landeshomepage außer auf die politischen Verdienste des Heiligen auch auf seine Religiosität eingehen?</p>
<p style="text-align:justify;">Vor dem Hintergrund der leidigen Debatte um das Kreuz im Klassenzimmer muss ganz einfach festgehalten werden: Art. 9 der Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrecht und Grundfreiheiten vom 4. 11. 1950, für Österreich BGBl 210/1958, lautet:</p>
<p style="padding-left:30px;text-align:justify;"><em>(1) Jedermann hat Anspruch auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit, dieses Recht umfasst die Freiheit des einzelnen zum Wechsel der Religion oder der Weltanschauung sowie die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen öffentlich oder privat, durch Gottesdienst, Unterricht, Andachten und Beachtung religiöser Gebräuche auszuüben.</em></p>
<p style="padding-left:30px;text-align:justify;"><em> (2) Die Religions- und Bekenntnisfreiheit darf nicht Gegenstand anderer als vom Gesetz vorgesehener Beschränkungen sein, die in einer demokratischen Gesellschaft notwendige Maßnahmen im Interesse der öffentlichen Sicherheit, der öffentlichen Ordnung, Gesundheit und Moral oder für den Schutz der Rechte und Freiheiten anderer sind.</em></p>
<p style="text-align:justify;">Das österreichische Staatsgrundgesetz regelt in Art. 14 die individuelle Religionsfreiheit:</p>
<p style="padding-left:30px;text-align:justify;"><em> Die volle Glaubens- und Gewissensfreiheit ist Jedermann gewährleistet.</em></p>
<p style="text-align:justify;">Art. 15 regelt die gemeinschaftliche öffentliche Religionsausübung gesetzlich anerkannter Glaubensgemeinschaften. Es ist hier insbesonders von der öffentlichen Religionsausübung die Rede. Das Grundrecht der Religionsfreiheit gewährt explizit das Recht, Religion öffentlich ausüben zu dürfen. Mit anderen Worten: Religion braucht sich nicht zu verstecken und darf in öffentlichen Räumen stattfinden. Art. 63 Abs 2 des Staatsvertrages St. Germain sagt hierzu kurz und bündig:</p>
<p style="padding-left:30px;text-align:justify;"><em> Alle Einwohner Österreichs haben das Recht, öffentlich oder privat jede Art Glauben, Religion oder Bekenntnis frei zu üben, sofern deren Übung nicht mit der öffentlichen Ordnung oder mit den guten Sitten unvereinbar ist.</em></p>
<p style="text-align:justify;">Klar ist: Das Menschenrecht der Glaubensfreiheit beinhaltet die sogenannte negative Religionsfreiheit – also auch die Möglichkeit, keiner Religionsgemeinschaft anzugehören zu können. Diese negative Religionsfreiheit ermöglicht dem einzelnen Staatsbürger, seine Religion zu wechseln bzw. auch nur seine bisherige Religion aufzugeben und keiner neuen Glaubensgemeinschaft mehr beizutreten.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Errungenschaft der Religionsfreiheit war und ist aber immer positiv, also: die Freiheit, Religion ausüben zu dürfen und zwar als Einzelne und privat, aber auch in Gruppen und öffentlich. Dieses Recht gilt individuell und privat, aber es gilt vor allem auch für Gruppen – also für die großen Kirchen und Religionsgesellschaften in Österreich: die staatlich anerkannte Religionsgemeinschaften und die sogenannten Bekenntnisgemeinschaften.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Unsere Kirchen dürfen erkennbar sein</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Die Gewährung der Religionsfreiheit ist eine der großen Errungenschaften Europas, auf die wir zu Recht stolz sein dürfen. Unsere Kirchen dürfen als Kirchen erkennbar sein – ja sie dürfen sogar Bekenntnischarakter haben. Im Übrigen gilt dies ja auch für alle anderen gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften, für die anderen christlichen Konfessionen, für das Judentum und den Islam, was ja nicht wenige negieren. Unsere Kirchen dürfen erkennbar sein. Sie sind für uns sichtbares Zeichen der Präsenz des Göttlichen. Unsere Kirchen dürfen sogar laut sein: Das Glockengeläute der Kirchen ist geschützt – z. B. gegen ein erfundenes Menschenrecht auf Schlaf; es ist für uns Bekenntnis und darf sein – auch dann, wenn jemand meint, es sei Lärmbelästigung.</p>
<p style="text-align:justify;">Wir dürfen in der Öffentlichkeit Gottesdienst feiern – Feldmessen, Fronleichnam. Priester dürfen in der Öffentlichkeit erkennbar sein, Ordensleute ihr Gewand tragen. Ja, das geistliche Gewand ist sogar geschützt und darf nicht verunglimpft werden, wie dies gelegentlich passiert – gerade so wie dies für die staatlichen Uniformen des Bundesheeres oder der Polizei gilt.</p>
<p style="text-align:justify;">In diesem Kontext der öffentlichen Religionsausübung stehen die Regelungen des Religionsunterrichtsgesetzes und des Konkordates zum Kreuz im Klassenzimmer. Die Debatte darum trifft ja nicht in erster Linie die staatlichen Gesetze zu dieser Frage; sie trifft vielmehr und viel grundsätzlicher die Frage: Darf Religion im öffentlichen Raum vorkommen?</p>
<p style="text-align:justify;">Die Errungenschaft der Menschenrechte – die Religionsfreiheit – bejaht dies ganz eindeutig: Religion darf vorkommen – auch im öffentlichen Raum. Genau darin besteht ja das Recht auf Religionsfreiheit. Andersglaubende und Nichtglaubende dürfen keinen Nachteil erleiden, werden aber mit der Religionsausübung anderer leben müssen, genauso wie wir als Katholiken damit leben müssen und es auch gut können, dass neben uns auch andere Glaubensgemeinschaften existieren. Es ist so, dass es in der Grundrechtsdebatte immer wieder – auch in anderen Bereichen – zu Überschneidungen und Konflikten kommt, die es zu lösen gilt. Was die Frage der Schulkreuze betrifft: Eine Entscheidung allein für die individuelle negative Religionsfreiheit hätte letztlich zur Folge, dass die positive korporative Religionsfreiheit völlig beschnitten würde.</p>
<p style="text-align:justify;">Ganz zu Recht haben unsere Bischöfe bei ihrer letzten Vollversammlung kritisiert, dass die jüngste Entscheidung des Europäischen Menschenrechtsgerichtshof einseitig das Recht auf kollektive, öffentliche Religionsausübung aushöhlt. In der Presseerklärungen der Herbstvollversammlung der Österreichischen Bischofskonferenz (9. bis 12. November 2009, Stift Michaelbeuern) heißt es dazu:</p>
<p style="padding-left:30px;text-align:justify;"><em>Dennoch gibt dieses Urteil Anlass zu berechtigter Sorge. Der Gerichtshof bevorzugte in seinem Urteil in doppelter Hinsicht zu Unrecht bestimmte Aspekte der Religionsfreiheit. Das ist einmal die individuelle gegenüber der kollektiven Seite der Religionsfreiheit sowie die negative gegenüber der positiven Dimension dieser Freiheit. In letzter Konsequenz führt diese einseitige Sicht des Gerichtshofes dazu, dass die individuelle Religionsfreiheit einzelner Personen das Recht auf kollektive, öffentliche Religionsübung aushöhlt, was bislang nur in religionsfeindlichen totalitären politischen Systemen vorgekommen ist. Denn Religionsfreiheit bedeutet im Kern das Menschenrecht, die religiöse Überzeugung einzeln oder gemeinsam, sowohl privat als auch öffentlich auszuüben &#8211; diese positive Sicht der Religionsfreiheit muss auch in Zukunft garantiert sein.</em></p>
<p style="text-align:justify;">Die öffentliche Debatte in dieser Frage ist dumm bis dämlich: Wegen der Kreuzzüge sei das Kreuz ein Symbol für Gewalt und Unterdrückung. Zu diesem Killerargument braucht hier nichts gesagt werden. Interessanter ist hingegen die Behauptung, dass durch das Kreuz in der Klasse keiner ein besserer Christ werde. Das mag stimmen – auf den ersten Blick. Allein dass jemand getauft ist, dass jemand zu Hause oder an seinem Arbeitsplatz ein religiöse Symbole hat oder eine Halskette mit einem Kreuz oder Schutzengel trägt, allein dadurch wird keiner ein besserer Christ. Hilfreich sind unsere religiösen Symbole aber sehr wohl. Sie sagen uns und erinnern uns daran, dass wir nicht allein sind, dass wir mit anderen glauben. Darin liegt der tiefere Sinn religiöser Symbole: als Zeichen, die uns bestärken im Glauben. Man könnte sagen, dass diese Zeichen für uns ein gutes Umfeld, eine gute Atmosphäre schaffen, die es uns erleichtert, Glauben zu leben.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong> Den Muslimen sind in der Regel christliche Symbole lieber als gar keine</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Durch das Kreuz im Klassenzimmer allein werden die Schüler nicht religiöser. Dazu braucht es glaubende Menschen, die ihnen helfen im Glauben groß zu werden. Das Kreuz in der Klasse – in der Öffentlichkeit – hilft aber und stützt. Es sagt uns auch: Was wir glauben und wie der Glauben uns als Menschen prägt, braucht nicht versteckt und verheimlicht werden, ist nicht nur etwas rein Privates. Das was wir glauben, darf öffentlich werden, sichtbar werden – ja muss es sogar, wenn wir als Glaubende in der Welt leben wollen: durch Worte und Taten – aber auch durch unsere Symbole, die uns helfen, Glauben zu leben.</p>
<p style="text-align:justify;">Und, weil als Argument immer wieder angeführt wird: Das Kreuz in der Klasse beleidigt nicht Muslime, sondern sagt ihnen: Hier gibt es Menschen, die glauben. Den Muslimen sind in der Regel christliche Symbole lieber als gar keine. Der Islam ist eine Religion, in der Religion und Gesellschaft bzw. Staat ja kaum zu trennen ist; wo ein Verdrängen von Religion im öffentlichen Raum geradezu als gottlos gesehen werden muss.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Frage ist: Stehen wir zu unserer Religion und setzen wir uns ein – dafür, dass sie vorkommt in der Öffentlichkeit?  Wer von Euch drängt und urgiert das Kreuz im Klassenzimmer, sollte es tatsächlich fehlen? Wer von Euch hätte dabei Bedenken, es könnte ja irgendwie irgendjemand nicht Recht getan sein?</p>
<p style="text-align:justify;">Der Heilige Leopold ist ein Heiliger, bei dem sich diese Fragen so nicht gestellt hätten – nicht weil es damals kein Thema war, sondern weil es für ihn keine Trennung gegeben hätte: hier meine private Religion – hier mein öffentliches Wirken und Auftreten. Eine derartige Trennung wäre dem Hl. Leopold völlig fremd. Sein Wirken als Staatsmann und Politiker wäre ohne seine religiöse Grundhaltung nicht denkbar und vorstellbar. &lt;&gt;</p>
<p style="text-align:justify;"><em>* Bei vorliegendem Text handelt es sich um eine Predigt zum Hochfest des Hl. Leopolds am 15. 11. 2009. Der Text wurde für den Abdruck leicht überarbeitet.</em></p>
<blockquote><p>Dr. Gerald Gruber, Ho (CV), NdW (ÖCV),  ist Pfarrmoderator in Ebergassing und Landesverbandsseelsorger des NÖMKV.</p></blockquote>
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		<title>Die Simpsons und die Philosophie</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Nov 2009 21:02:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>diefiedel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Cover]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Gudrun Geist Eigentlich haben wir es doch alle längst gewusst. Die Simpsons sind viel mehr als ein Haufen gelber Männchen, viel mehr als ein paar makabere Witze; viel mehr als die mit 20 Jahren am längsten laufende US-Zeichentrickserie aller Zeiten. Seit 1989 ziehen uns Homer, Marge, Bart, Lisa und Maggie in fast 500 Folgen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=diefiedel.wordpress.com&amp;blog=5449034&amp;post=808&amp;subd=diefiedel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><span style="color:#800080;"> </span></p>
<p><img class=" alignleft" title="Nachdenken über die Simpsons" src="http://www.uphaa.com/uploads/368/simpson-college.jpg" alt="" width="206" height="164" /></p>
<p style="text-align:justify;"><em>Von Gudrun Geist</em></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#800080;">Eigentlich haben wir es doch alle längst gewusst. Die Simpsons sind viel mehr als ein Haufen gelber Männchen, viel mehr als ein paar makabere Witze; viel mehr als die mit 20 Jahren am längsten laufende US-Zeichentrickserie aller Zeiten. Seit 1989 ziehen uns Homer, Marge, Bart, Lisa und Maggie in fast 500 Folgen nun schon in ihren Bann und faszinieren durch den Mix aus überzeichneter Realität und versteckten Anspielungen. Die Simpsons sind ein Spiegel der amerikanischen Gesellschaft, eine Parodie auf das stets harmonische Familienleben. </span><span style="color:#800080;">Was aber steckt hinter der scheinbar willkürlichen Zusammensetzung der Personen in Springfield?<br />
<em><span style="color:#000000;"> </span></em></span></p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-808"></span>Schon Aristoteles teilte die Menschen in vier Charaktertypen ein: den Tugendhaften, den Beherrschten, den Unbeherrschten und den Boshaften. Um tugendhaft zu sein, brauchen Mensch – sowie Springfieldianer – praktische Vernunft, etwas, wovor Homer Simpson nicht gerade strotzt. Dank seines maßlosen Hungers, seines fehlenden Gerechtigkeitssinns und der Tatsache, dass er stets seine zweite Tochter vergisst, fällt er ganz klar aus der Riege der Tugendhaften; zumindest meistens. Denn seine naive Furchtlosigkeit und die ungebrochene Treue zu Marge machen auch ihn zeitweise zu einem tugendhaften, seine elementare Liebe und Lebensfreude gar zu einem beneidenswerten Menschen.</p>
<p><img class=" alignleft" title="Familie Simpson" src="http://www.cheatinggames.de/bilder/cheatinggames_konsolen/screenshot_the_simpsons_game.jpg" alt="Familie Simpson: " /></p>
<p style="text-align:justify;"><strong><span style="color:#000000;">Marge, die Tugendhafte<br />
</span></strong></p>
<p style="text-align:justify;">In der Episode „Eine Klasse für sich“ erklärt Marge, dass sie genau das an ihrem Mann liebe, obwohl sie es mit ihm nicht leicht hat. Sie muss den unerschütterlichen moralischen Prüfstein der Familie darstellen, um ihre Geliebten beisammen zu halten. Sie muss einen Mittelweg zwischen den Extremen in ihrer Familie finden – und agiert damit genau so, wie Aristoteles es von einem tugendhaften Menschen erwartet. Ihr Mut steht zwischen Homers Tollkühnheit und Feigheit, ihre Selbstkontrolle zwischen Barneys alkoholischer Hemmungslosigkeit und der Gleichgültigkeit des  hyperreligiösen Ned Flanders gegenüber körperlichem Vergnügen, ihr Umgang mit Geld zwischen erforderlich sparsamer Lebensweise und großzügiger Wohltätigkeit. Sie tut alles, um Lisa ihre Vorstellung von Moral zu vermitteln, da sie weiß, dass ihre Tochter die einzige ist, die genug Intelligenz besitzt, um die Notwendigkeit einer vorbildhaften Lebensweise zu verstehen.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Lisa und Kant<br />
</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Lisa ist prointellektuell und hat somit vermutlich eine der schwierigsten Positionen in Springfield, denn sie steht der Hassliebe der restlichen Bevölkerung gegenüber. Schon bei den Gesprächen mit ihrem Vater wird sie stets mit dem amerikanischen Antiintellektualismus konfrontiert.  Ihre Fähigkeit, Situationen scharfsinnig zu analysieren und hinter jeder Aussage die Sinnhaftigkeit zu kritisieren, macht sie zu einer Außenseiterin. Nicht einmal ihre Liebe zu so banalen Dingen wie der Zeichentrickserie Itchy&amp;Scratchy oder dem Barbiepuppenverschnitt Malibu-Stacy kann sie zu einer potenziellen Freundin Gleichaltriger machen. Ihr ist bewusst, dass sie mit ihrer Kombination aus Intelligenz und Freude am Antiintellektuellen einzigartig in Springfield ist. Lisa ist bemüht, ihre Pflicht immer nach bestimmten Prinzipien zu erfüllen, die nach Kants Imperativ gelten sollen. Ist es richtig, Fleisch zu essen, wenn sie den Tieren im Zoo nie wehtun könnte? Mit so komplexen Überlegungen macht sie sich im eher stumpfsinnigen Springfield zu einer Außenseiterin. So ist sie bemüht, zumindest ihre kleine Schwester Maggie zu einer Freundin zu machen, indem sie ihr – erfolglos – sprechen beibringen will.</p>
<p style="text-align:justify;">Dass Maggie aber gerade durch ihr Schweigen einen östlich-orientierten Ruhepol verkörpert, ist nicht einmal Lisa, die selbst Buddhistin ist, klar. In der östlichen Welt gilt großteils das Tao Te King („Der Wissende redet nicht. Der Redende weiß nicht“). Es ist bezeichnend, dass Maggie ausgerechnet in der Episode „Bei den Simpsons stimmt was nicht!“ zu sprechen beginnt. Als Ned Flanders ihr als erste wirkliche Vaterfigur seine Aufmerksamkeit widmet, sagt sie plötzlich „Daddily-Doodily“, als Homer sich in einer anderen Folge kurzzeitig um sie kümmert, „Daddy“. Solange Maggie auf sich allein gestellt ist, versinkt sie in Schweigen, wird sie jedoch in die westliche Lebens- und Erziehungsweise integriert, spricht sie. Dasselbe Bild war schon bei Lisa zu sehen, als sie noch klein war. Als Bart sich mit ihr befasst, sagt sie als erstes Wort „Bart“.</p>
<p style="text-align:justify;">Mit einem Vorbild wie Bart ist es ein Mysterium, dass Lisa zu einer geistig so reifen Person heranwachsen konnte. Denn Bart ist zweifelsfrei der böse Bube von Springfield. In der Philosophie findet man sein Pendant vermutlich nur in Nietzsche. Doch die beiden sind keineswegs zu vergleichen, denn während Nietzsches Ideal der Künstler ist, der sich selbst überwindet und neue Werte schafft, ist Barts Leben chaotisch und ohne Form. Bart definiert sich simpel im Widerspruch zur Autorität. Als eines Tages jedoch jeder Bewohner Springfields dank eines Selbsthilfe-Gurus „tut, wonach ihm ist“, verliert Bart seine Identität. Er weiß nicht mehr wer und was er ist, denn ohne Rebellion kann Bart nicht existieren. Doch er ist nicht immer nur böse, denn in „Barts Freundin“ weigert er sich, den Klingelbeutel zu plündern. „Das ist eine schwere Sünde. Das weiß sogar ich“, kommt aus seinem Mund und lässt den unseren offenstehen. Weil Bart normalerweise so schrecklich frech ist, hat sein selten auftretendes Pflichtgefühl ein viel stärkeres Gewicht als bei einem anständigen Kind.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Die Freude an der „Eisecreme“</strong></p>
<p style="text-align:justify;">
<div class="mceTemp" style="text-align:justify;">
<dl class="wp-caption alignleft">
<dt class="wp-caption-dt"><img class=" " title="Mr. Burns: &quot;Ausgezeichnet...&quot;" src="http://4.bp.blogspot.com/_PuZoLkvmBbc/SVFCL9W57sI/AAAAAAAABTg/ETcBcyKfQWM/s320/mr_burns.gif" alt="Mr. Burns: &quot;Ausgezeichnet...&quot;" width="183" height="225" /></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Mr. Burns: &#8222;Ausgezeichnet&#8230;&#8220;</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align:justify;">Mr. Burns ist ein bemitleidenswerter Mensch, denn trotz seines typischen Ausspruchs „Ausgezeichnet“ gibt es nur sehr wenig, worüber er sich wirklich freut. Er hat drei Probleme, die zwischen ihm und seinem Glück stehen. Erstens ist er in jeder Hinsicht exzessiv, alles um ihn herum ist groß und pompös. Zweitens sieht Mr. Burns alles in seiner Umgebung rein abstrakt oder symbolisch. Der Gewinn einer wertlosen Bowling-Trophäe ist für ihn wichtiger, als die durch das Spiel gewonnenen Freunde. Er misst allem so eine enorme Symbolik bei, dass das ursprüngliche Ding aufhört zu existieren. Nichts ist für ihn amüsant oder lustig, solange es nicht für etwas anderes steht, das noch größer und wichtiger ist. Dass dieser Weg nicht zum Glück führen kann, liegt am Unterschied zwischen dem instrumentellen und dem immanenten Guten. Dinge, die instrumentell gut sind, sind nur insofern gut, als sie zu anderen guten Dingen führen. Das, wozu sie führen, ist entweder auch instrumentell oder aber immanent gut. Immanent Gutes ist all das, was von sich aus wertvoll und für die Person gut ist. Sie sind kein Zwischenstopp auf dem Weg zum Glück, sondern sie machen glücklich, weil sie das sind, was sie sind. Als Mr. Burns beim Tu-wonach-dir-ist-Fest Eiscreme probiert und zu Mr. Smithers sagt: „Ich fühle mich heute ganz als Freigeist und genieße in vollen Zügen meine Eisecreme“, sieht man das Glück auch in Mr. Burns aufgehen. Er genießt die Eiscreme – nicht mehr und nicht weniger.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Die Simpsons und die Semiotik</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Das grundlegende Konzept der Semiotik basiert auf der Beziehung der Zeichen zu den Objekten, die sie darstellen; genau das ist es, womit bei „Die Simpsons“ gespielt wird. Einerseits sehen wir die Signifikanten (die Elemente, die die Botschaft übermitteln) als unrealistisch, andererseits sehen wir eine Ähnlichkeit zu unserer Wirklichkeit. In „Wir vom Trickfilm“ schreiben Lisa und Bart eine Episode für Itchy&amp;Scratchy, schicken sie aber unter dem Namen ihres Großvaters ein, da sie fürchten, als Kinder nicht ernst genommen zu werden. Dieses Bild ist für uns noch vertraut, während in derselben Folge die natürliche Beziehung von Alt und Jung umgedreht wird, als Homer stöhnt, weil ihm ein Pümpel (Saugglocke) auf seinem Kopf haftet. In diesem Moment ist Homer – wie so oft – wie ein Kind, das Hilfe von einem erwachsenen, reifen Menschen wie seiner Frau Marge braucht.</p>
<p style="text-align:justify;">Natürlich sind die Mitglieder der Familie Simpson nicht mit Menschen zu verwechseln. Trotzdem sind die Charakterisierungen exakt genug, um satirisch unsere Welt zu repräsentieren. Homers Übergewicht und sein Bierkonsum sowie Barts Skateboard und Auftreten sind typische Zeichen der Kultur des späten 20. Jahrhunderts in Amerika.</p>
<p style="text-align:justify;">
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 175px"><img title="Itchy und Scratchy" src="http://m1so.wbl.sk/ItchyScratchy2.gif" alt="Itchy und Scratchy" width="165" height="185" /><p class="wp-caption-text">Itchy und Scratchy</p></div>
<p style="text-align:justify;">Die Tatsache, dass „Die Simpsons“ eine gezeichnete Serie ist, beeinflusst die Wirkung der Signifikanten. Unsere Reaktionen sind bedingt, weil wir wissen, es ist „nur“ ein Zeichentrickfilm. „Die Simpsons“ nutzt genau diese Entwicklung und trickst unseren Verstand und unsere Erwartungen aus. Wir denken, Zeichentrickfilme seien kinderfreundlich und spielerisch, stumpfsinnig und hintergrundlos; sie schreiben sich quasi von selbst, wie die Itchy&amp;Scratchy-Episode von Lisa und Bart. Als Schauplatz wählen sie einen Friseurladen. Bart schlägt vor, dass Itchy Scratchy statt Shampoo Barbecue-Sauce in die Haare schmiert und eine Packung fleischfressende Ameisen öffnet – der Rest schreibe sich von selbst.</p>
<p style="text-align:justify;">Und gerade der Rest, der sich angeblich von selbst schreiben würde, ist es, der besondere Aufmerksamkeit verdient: Itchy betätigt die Hebevorrichtung am Friseurstuhl und Scratchy wird durch die Decke katapultiert, woraufhin er in einem Fernsehapparat im oberen Stockwerk landet. Dort sieht ein Elvis-Imitator gerade fern und schießt aufgrund des „Programms“ auf den Fernseher. Dass sich eine solche Szene von selbst schreiben würde, ist für Bart selbstverständlich; für einen Amerikaner ist sie vielleicht sogar akzeptabel; für für uns ist sie schlicht absurd. Zugegeben, die obligatorische Gewalt der beliebten Serie passt zu dem empor schnellenden Friseurstuhl. Doch Bart behauptet, dass Elvis-Imitatoren, die Handfeuerwaffen als Fernbedienungen benutzen, ein natürlicher Bestandteil der Kultur sind, die er beschreibt. Denn in seiner Welt, in der die amerikanische Lebensweise dermaßen überzeichnet dargestellt wird, ist ein solcher Ablauf die normalste Sache der Welt. In seinen Augen sind genau das die stabilen, leicht wiedererkennbaren Signifikanten der amerikanischen Kultur.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>(Film-)Geschichte – komprimiert</strong></p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Jeder von uns freut sich, wenn er bei „Die Simpsons“ ein Filmzitat entdeckt, dass er zuordnen kann. Jedes einzelne entdeckt zu haben, kann aber niemand behaupten. Mit Sicherheit nicht. Denn wieviele und welche Anspielungen in allen Episoden vorkommen, verraten die Produzenten nicht. Sie behaupten aber beispielsweise, lediglich mit Szenen aus „Die Simpsons“ den Film „Citizen Kane“ nachspielen zu können. Allein in „Die Simpsons – Der Film“ werden etliche Kultfilme zitiert; von „Titanic“ („Gentlemen, es war mir eine Ehre, mit Ihnen spielen zu dürfen“) und „Pulp Fiction“ (als Homer im Zelt der Indianerin den Travolta-Move macht), über „Eine unbequeme Wahrheit“ (als Lisa den Bewohnern den Ernst der Umweltsituation erklären will) und „Night of the Living Dead“ (als die Hände der wütenden Bewohner durch die vernagelte Tür greifen) bis hin zu „Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs“ (als Bart mit Ned angeln geht).</p>
<p style="text-align:justify;">Was für eine Unmenge an Anspielungen muss es dann wohl in der gesamten Serie geben, wenn dies nur ein Bruchteil der Anspielungen aus dem Film ist?</p>
<p style="text-align:justify;">Und weitergedacht: Wieviele Menschen wurden schon in „Die Simpsons“ zitiert? Wieviele reale Vorfälle wie z.B. eine über die Online-Versteigerungsplattform eBay angebotene Lunge wurden schon in Barts obligatorischem Tafel-Sketch verarbeitet? Und was entgeht uns sonst noch so alles, ohne dass wir es je ahnen würden?</p>
<p style="text-align:justify;">Vermutlich ist es gerade das, was „Die Simpsons“ so interessant macht. Man hat das Gefühl, ein paar Absätze lang einen Blick zwischen die Zeilen zu erhaschen – und plumpst kurz darauf enttäuscht zurück auf das Sofa, weil da noch so viel mehr ist. &lt;&gt;</p>
<blockquote><p>Gudrun Geist studiert an der FH Joanneum Graz Journalismus und Public Relations. Blog: <a href="http://ghostini.wordpress.com/" target="_blank">ghostini.wordpress.com</a></p></blockquote>
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		<title>Die Verzückung des Paulus</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Nov 2009 20:39:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>diefiedel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Festrede des Philisterseniors Paul Drobec anlässlich des 109. Stiftungsfestes am 13. Juni 2009. Als Inspiration diente das von Cbr. Andreas Gamerith, Alp, geschaffene Altarbild &#8222;Die Verzückung des Paulus&#8220; für die Kapelle auf Schloss Coburg in Ebenthal. Liebe Bundes- und Cartellbrüder! Werte Festgäste! Gerne komme ich der Bitte unseres hohen Seniors nach, beim heutigen Festkommers [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=diefiedel.wordpress.com&amp;blog=5449034&amp;post=829&amp;subd=diefiedel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><span style="color:#800080;"><a href="http://diefiedel.files.wordpress.com/2009/11/img_3994.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-830" style="margin:5px 10px;" title="IMG_3994" src="http://diefiedel.files.wordpress.com/2009/11/img_3994.jpg?w=172&#038;h=259" alt="" width="172" height="259" /></a>Die Festrede des Philisterseniors Paul Drobec anlässlich des 109. Stiftungsfestes am 13. Juni 2009. Als Inspiration diente das von Cbr. Andreas Gamerith, Alp, geschaffene Altarbild &#8222;Die Verzückung des Paulus&#8220; für die Kapelle auf Schloss Coburg in Ebenthal.</span></p>
<p style="text-align:justify;">Liebe Bundes- und Cartellbrüder!</p>
<p style="text-align:justify;">Werte Festgäste!</p>
<p style="text-align:justify;">Gerne komme ich der Bitte unseres hohen Seniors nach, beim heutigen Festkommers das Wort zu ergreifen, und danke für diese Ehre.</p>
<p style="text-align:justify;">Hatte ich schon öfter bei früheren solchen Anlässen über unsere Prinzipien referiert, insbesondere über Scientia – ich erinnere an die Ausführungen über die neue Studienlandschaft und die Auswirkungen des Bolognaprozesses – sowie Patria und Amicitia, so will ich heute ein wenig auf die Religio eingehen, ohne jedoch eine Predigt halten zu wollen, geschweige denn, den ausgezeichneten Worten unseres Verbindungsseelsorgers Konkurrenz zu bieten. Vielmehr hat mich das Paulusjahr und der Ort unseres Festkommerses dazu inspiriert, das altehrwürdige Stift Altenburg, und in diesem Zusammenhang ein ganz besonderes Zusammentreffen, welches ich hier vor etlichen Wochen erleben durfte.<span id="more-829"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Dazu aber eine kurze Vorgeschichte: Wie viele von Euch wissen, habe ich mir als kleine Nebenbeschäftigung die Renovierung des Barockschlosses Coburg zu Ebenthal angetan, welches ich seit über 20 Jahren in Stand setze. Wie auch spätestens seit gestern bekannt ist, habe ich vor wenigen Tagen meinen 60. Geburtstag gefeiert. Zu diesem Anlass wollte ich meine Schlosskapelle in neuem Glanze sehen. U.a. stellte sich dabei die Aufgabe, das in den Kriegswirren verschollene Hochaltargemälde wiederherzustellen, wobei es erschwerend war, dass jegliche Aufzeichnungen darüber ebenfalls verschwunden waren.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich lernte vor drei Jahren den jungen Künstler Cbr. Andreas Gammerith v. Cherubino, Alp, kennen, der aus Altenburg stammt und hier im Stift als Restaurator und Freskenmaler tätig ist. Einige Fahrten nach Ebenthal und etliche Gespräche über das geplante Werk brachten uns einander näher und ließen ein Konzept entstehen. Da wir wie gesagt nichts über die ursprüngliche Darstellung des Altarbildes wussten, schlug der Künstler eine Szene aus dem Leben des Hl. Paulus vor. Dies passte sowohl zum heurigen Paulus-Jahr als auch zu meinem Namenspatron.</p>
<p style="text-align:justify;">Andreas Gammerith schreibt zu diesem Sujet der Verzückung des Heiligen Paulus: Ausgangspunkt für die Darstellung war der Satz des Apostels „Oculus non vidit, nec auris audivit, nec in cor hominis ascendit…“  &#8211; „Was kein Auge gesehen, kein Ohr gehört, was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist, das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben“ (1Kor 2,9). Die literarischen Quellen der Darstellung entstammen den Beschreibungen des Hl. Paulus: „Als ich später nach Jerusalem zurückgekehrt war und im Tempel betete, da geriet ich in eine Verzückung“ (Apg 22,17) und in Verschweigung des autobiographischen Hintergrundes: „Ich kenne jemand, einen Diener Christi, der vor vierzehn Jahren bis in den dritten Himmel entrückt wurde. Ich weiß allerdings nicht, ob es mit dem Leib oder ohne den Leib geschah, nur Gott weiß es. Und ich weiß, dass dieser Mensch in das Paradies entrückt wurde. Er hörte unsagbare Worte, die ein Mensch nicht aussprechen kann“ (2 Kor 12, 2-6).</p>
<p style="text-align:justify;">Wer war dieser Apostelfürst Paulus? Ikonographisch ist er stets mit einer Stirnglatze und einem dunklen Bart dargestellt, in der einen Hand das Schwert, das auf seinen  Märtyrertod durch Enthauptung hindeutet, in der anderen Hand ein Buch oder eine Schriftrolle, stellvertretend für seine eigenen Schriften, die Briefe an die verschiedenen Gemeinden.</p>
<p style="text-align:justify;">Saulus wurde in Tarsus neun Jahre nach Christus als Sohn jüdischer Eltern geboren, lebte als Pharisäer streng nach dem Gesetz und lernte das Handwerk des Zelttuchwebers. Etwa im Jahre 34 fand dann die legendäre Begebenheit der „Bekehrung“ vor dem Stadttor von Damaskus statt. Obwohl sie zur gleichen Zeit lebten, ist Paulus mit Jesus nie zusammengetroffen. War Saulus noch als Verfolger bei der Steinigung des Hl. Stephanus anwesend, so zog er nach seiner Läuterung vor den Toren von Damaskus missionarisch in zahlreiche Länder, um Juden und Heiden zu bekehren. Der Initiative des Apostels Paulus ist es zu verdanken, dass die frohe Botschaft Jesu aus der Enge des jüdisch-palästinensischen Raumes im hellenistisch-römischen Kulturraum Eingang gefunden hat. Paulus war somit der erste Verkünder des Evangeliums in Europa. Er stand mit beiden Beinen in der Welt und lehrte uns durch sein Temperament, dass es auch andere Kategorien von Heiligkeit gibt.</p>
<p style="text-align:justify;">Kehren wir noch einmal zu unserem Bild zurück. Der Künstler schuf eine Komposition als <em>serpentinata</em>, eine große Spiralform: Der Blick des Betrachters steigt aus einer finsteren Nacht empor. Der Heilige Paulus wird von jugendlichen Cherubim getragen und richtet seinen Blick auf das strahlende Licht, das von oben kommt. Über dem gesprengten Giebel der Altareinfassung geht dieser Blick auf das stuckierte Auge Gottes an der Decke der Kapelle und weiter zu den Deckenfresken der Trinität.</p>
<p style="text-align:justify;">An einem kalten Wintertag Anfang Feber besuchte ich Andreas Gammerith hier im Stift Altenburg, wo dieses Gemälde auf einen großen Rohrahmen gespannt entstand. Obwohl ich damals erst die Rohfassung sah, ging von diesem Heiligenbild eine geheimnisvolle Kraft aus, die mich faszinierte. Kann uns dieser Hl. Paulus auch heute noch faszinieren? Ich glaube schon: Dieser Saulus kann uns Beispiel sein, dass wir aus den Irrtümern unseres Lebens jederzeit mit der Gnade Gottes zu seiner Anschauung gelangen können. Dass wir nicht nur in der Lage sind, unsere eigenen Zweifel durch den Glauben zu besiegen, sondern diese Überzeugung auch fast missionarisch weitertragen können. Dieser Paulus ging uns voran in seinen damals sehr ausgedehnten Reisen zu anderen Völkern und lehrte sie die Güte und Liebe Gottes. Er verteidigte diese seine gewonnene Überzeugung bis an sein Lebensende, ja bis zu seinem Märtyrertod in Rom. Dies wird wohl niemand von uns verlangen, aber wir sollten seinem Beispiel folgen, und unsere religiösen und christlichen Werte demonstrativ leben und unseren Mitmenschen ein Beispiel geben.</p>
<p style="text-align:justify;">Während Cbr. Chrubino hier sein Werk geschaffen hat, war ich im Jänner auf einer Pilgerreise im Heiligen Land. Mehrmals tauschten wir über diese große Entfernung Gedanken über das Bild aus. Chrubino, der immer wieder von den Patres dieses Stiftes bei seiner Tätigkeit besucht wurde – wer lässt schließlich heutzutage ein 8 m² großes Altarbild malen -  erzählte mir, dass sie oft das Gefühl gehabt haben, mit der Heimat diese Paulus dadurch verbunden gewesen zu sein.</p>
<p style="text-align:justify;">Auf dem Berg Tabor hatte ich ein beglückendes Erlebnis: wir ließen unser Auto am Fuße dieses Berges stehe, welcher sich ja aus einer Depression erhebt, und stiegen den Hügel hinan. Oben angekommen war die Kirche versperrt. Wir lagerten unter einem Baum, und ein Freund zog eine Flasche Wein und Fladenbrote aus seiner Reisetasche. Wir beteten, brachen das Brot, aßen und tranken. Und da war es plötzlich wirklich so: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“. Am Nachmittag war dann die Kirche offen und wir besichtigten das große Goldgrundmosaik mit der Verklärung Christi. Auf dem Rückweg fiel Nebel ein, und die Strahlen der langsam sinkenden Sonne versetzten diesen Dunstschleier in gleißendes Licht. Ein überwältigendes Schauspiel der Natur – oder eine Gnade, solch einen Augenblick erleben zu dürfen. Später schrieb ich darüber:</p>
<p style="text-align:justify;">Die Stunde ist niemals allein:<br />
Das Heute ist morgen schon gestern<br />
und all diese Tage sind Schwestern<br />
des ewig vergänglichen Sein.</p>
<p style="text-align:justify;">Und alles ist wieder nur Schein:<br />
Das Heute war gestern noch morgen<br />
mit all seinen fraglichen Sorgen.<br />
Die Stunde ist niemals allein.</p>
<p style="text-align:justify;">Und wem sie alleine begegnet<br />
im Wandel der leblosen Zeit,<br />
im Dunkel der lautlosen Nacht,</p>
<p style="text-align:justify;">dem sei diese Stunde gesegnet:<br />
Er war für die Stunde bereit,<br />
und sie hat ein Wunder vollbracht.</p>
<blockquote>
<p style="text-align:justify;"><em>Prim. FA Prof. Med.R. Dr. Paul Drobec v. Smoky ist Philistersenior unseres Nordgaus. Mitgliedschaft auch bei Nordgau Prag (CV) und Capitolina Rom (CV).</em></p>
</blockquote>
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